Noten für die Presse: Wer berichtet über Corona am besten - und wer hat versagt?

 

In Zeiten von Ansteckungsgefahr, Kurzatmigkeit und hohen Körpertemperaturen ist nüchterne Analyse gefragt. Überhitzte Kurzschlüsse und Schuldzuweisungen überzeugen in Corona-Zeiten nicht. Der "Wirtschaftsjournalist" hat der deutschen Presse Zeugnisse für ihre Corona-Berichte ausgestellt.

Wirtschaftsjournalisten beschäftigen sich in der Regel nicht mit Gesundheitsfragen. Die Corona-Krise hat jedoch alle Lebensbereiche erfasst und eine Schneise in die Weltwirtschaft geschlagen. Entsprechend groß war das Informationsbedürfnis bei Kommunikationsexperten in Unternehmen, PR-Beratern und Wirtschaftsjournalisten. Befragt nach ihren Erfahrungen in den Monaten seit Ausbruch des Corona-Virus, geben sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wie der Nachrichtenagentur dpa mit 1,95 die beste Durchschnittsnote. Auf Platz drei folgt die Wochenendausgabe des Siegers, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (2,00) und auf dem vierten Platz die internationale Wirtschaftsagentur Reuters (2,03). Zu den zehn Besten zählen die Wirtschaftsagenturen dpa-afx (2,08) auf Platz fünf, gefolgt von Bloomberg (2,09) auf Platz sechs. Nach der Süddeutschen (2,11) folgt die internationale Wochenzeitung Economist (2,19). Auf Platz neun landet das national ausgerichtete Radioprogramm des Deutschlandfunks (2,23). Interessant, dass die Wochenzeitung Die Zeit (2,26) und das Handelsblatt es gerade noch in die Top Ten geschafft haben. Sie teilen sich den zehnten Platz.

Eine etwas andere Reihenfolge ergibt sich, wenn man bei dieser Fragestellung nur die Wirtschaftsmedien berücksichtigt. Hier geben die Agenturen den Ton an. Auf Platz eins landet Reuters mit einer Durchschnittsnote von 2,03, gefolgt von den beiden Agenturen dpa-afx (2,08) und Bloomberg (2,09). Als beste Wirtschaftszeitung wird die internationale Wochenzeitung Economist (2,19) genannt. Sie landet auf dem vierten Platz der Top-Ten-Liste. Auf Platz fünf folgt das Handelsblatt (2,26), die internationale Tageszeitung Financial Times (2,27) schließt sich an. Die Agentur Dow Jones News (2,33) kommt auf Platz sieben, dahinter rangiert die deutsche Börsen-Zeitung mit einer Durchschnittsnote von 2,36. Mit dem Wall Street Journal (2,46) kann eine weitere Zeitung punkten, bevor die Fernsehredaktion der ZDF-Börsen- und Wirtschaftsmagazine (2,58) die Liste der besten zehn schließt. 

Interessant ist auch ein Blick auf die vergebene Höchstnote: Ihr Träger darf sich das Prädikat, äußerst kompetent zu Corona-Zeiten berichtet zu haben, anheften lassen. Hier landet die Süddeutsche Zeitung mit 41 Nennungen auf Platz eins. 34-mal wurde die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit der besten Note ausgezeichnet und 32-mal die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Noch ein etwas anderes Bild ergibt sich, wenn man die beiden besten Kategorien (äußerst und sehr kompetent) zusammenführt: Dabei erscheint die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit 86 Nennungen wieder vor der Süddeutschen Zeitung (76) und dem Handelsblatt (73).

Das Ranking am Ende der Rangliste führt mit großem Abstand die Bild-Zeitung an, der von jedem vierten Befragten indiskutable Leistung (50 Nennungen) bescheinigt wird. Die "Bild am Sonntag" bekommt 28-mal diese schlechteste Note, der Newsletter "Steingarts Morning Briefing" wird zehnmal als indiskutabel angekreuzt. "Bild" hat allein 64 Nennungen bei "kaum kompetent" und "indiskutabel", es folgt die "Bild am Sonntag" (46) und auch das Magazin "Focus" ist mit 25 Nennungen als versetzungsgefährdet zu bezeichnen.

Top 10: Die beste Corona-Berichterstattung (Schulnoten):

1. FAZ  1,95

2. dpa  1,95

3. Frankfurter Allgemeine Sonntagszietung  2,00

4. Reuters  2,03

5. dpa-afx  2,08

6. Bloomberg  2,09

7. Süddeutsche Zeitung  2,11

8. Economist  2,19

9. Deutschlandfunk  2,23

10. Handelsblatt  2,26

10. Die Zeit  2,26

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