Warum es vorerst doch keine AGF-Quoten mit YouTube-Daten geben wird

 

Uneinigkeit hinter den Kulissen der Erhebungsinstanz für TV- und Internet-Bewegtbild-Quoten: Seit 2015 liefen Gespräche und Vorverhandlungen, nun beenden die AGF Videoforschung unter Führung von Kerstin Niederauer-Kopf und Google ihre Zusammenarbeit.

Damit ist das in der Branche von Werbungtreibenden und Mediaagenturen, vertreten durch die Organisationen OWM und OMG, schon lange als überfällig angemahnte Projekt, endlich eine sogenannte konvergente Währung für TV-Quoten und die Nutzung von Online-Plattformen zu etablieren, gescheitert. Ziel war es, in Zusammenarbeit mit der YouTube-Mutter Google standardisierte Nutzungsdaten zu erheben, auszuwerten und zu vermarkten.

Laut AGF laufen bereits seit rund fünf Jahren Gespräche über die Integration von YouTube-Daten ins AGF-System, das üblicherweise die deutschen TV-Quoten misst. "Nach einer langen und in den letzten 18 Monaten sehr intensiven Verhandlungszeit haben beide Parteien entschieden, das Project Evaluation Agreement, das Basis für die Verhandlungen war, nicht mehr zu verlängern", heißt es bei der AGF in Frankfurt.

In der Außenwirkung herrscht zwischen den Verhandlungspartnern erkennbar Uneinigkeit. Wie es genau zu der Nicht-Fortführung des ursprünglich gemeinsam geplanten Projekts kam, ist noch unklar. "Nun hat die AGF Videoforschung entschieden, das Project Evaluation Agreement, das Basis für die Verhandlungen war, nicht mehr zu verlängern", teilte Google-Deutschland nämlich mit und schob dabei die Verantwortung für das Scheitern der Kooperation der AGF zu.

"Das Ziel der Zusammenarbeit mit der AGF war eine gemeinsame Reichweitenmessung. Google hat seine Verpflichtungen erfüllt, um dieses Ziel zu erreichen", lässt sich Dirk Bruns, Head of Video von Google, zitieren. "Seit über einem Jahr liefert Google auditierte YouTube-Daten, vergleichbare Nettoreichweiten hätten von der AGF kommuniziert werden können und ein Ausbauplan für eine höhere Datentiefe war abgestimmt. Wir bedauern den Abbruch der Gespräche."

Bei der AGF stehe laut Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der AGF-Geschäftsführung, Google die "Tür für eine Zusammenarbeit weiterhin jederzeit offen", heißt es in Frankfurt. "Die AGF bleibt dem Ziel, einer crossmedialen konvergenten Standard weiterzuentwicklen, der TV und Streaming umfassend abbildet, verpflichtet", sagt die AGF-Chefin.

Hintergrund: Die AGF Videoforschung wird von den Gesellschaftern ARD, ProSiebenSat.1, der Mediengruppe RTL Deutschland, dem ZDF, Discovery Communications Deutschland, Sky Deutschland, Sport1, Tele 5, Viacom und Welt getragen.

Sie möchten exklusive Medienstorys, Jobkolumnen und aktuelle Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.