Ulrich Wilhelm: Warum er für eine weitere Amtszeit als BR-Intendant nicht mehr zur Verfügung steht

10.07.2020
 

Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, verlässt den öffentlich-rechtlichen Sender im nächsten Jahr. Nach zehn Jahren an der Spitze habe er sich entschlossen, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Welche Gründe Wilhelm angibt.

"Nach reiflicher Überlegung und intensiver Abwägung der Argumente Pro und Kontra habe ich mich - zugegebenermaßen schweren Herzens - entschlossen, für eine weitere Amtszeit als BR-Intendant nicht mehr zur Verfügung zu stehen", teilt Ulrich Wilhelm (59) am Freitagmittag mit.

"Zehn Jahre voller spannender Herausforderungen waren eine gute Zeit, mich mit all meiner Energie dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dem BR zu verschreiben - eine Zeit, die mir sehr viel Freude bereitet hat. Ich habe zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BR vieles auf den Weg bringen, umsetzen und die Transformation des BR zu einem trimedialen Medienhaus mitgestalten dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin überzeugt, dass im Februar nächsten Jahres der richtige Zeitpunkt ist, das Haus zu übergeben Entscheidende Etappen unseres Umbauprozesses und die Regionalisierung sind erfolgreich abgeschlossen", so der Intendant weiter.

In den verbleibenden sieben Monaten will sich Wilhelm weiter mit ganzer Kraft und Leidenschaft für das Haus einbringen. "Es steht für mich außer Frage, dass der BR dann eine erstrangige Persönlichkeit als Intendantin oder Intendant haben wird", betont er.

Hintergrund: Ulrich Wilhelm steht seit 2011 an der Spitze des Senders. Der Jurist und Journalist war zuvor Regierungssprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Der Intendant wird vom Rundfunkrat gewählt. Offizielle Kandidaten gibt es dafür noch nicht. Die Wahl wird derzeit frühestens für die Herbstsitzung des Gremiums am 22. Oktober erwartet. Vorschläge dürfen die 50 Mitglieder des Rundfunkrates machen. Die mindestens sechswöchige Frist dafür läuft ab der Aufforderung durch den Vorsitzenden. Möglich sind interne wie externe Kandidaten. Der Rat setzt sich aus politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Gruppen zusammen.

Zum BR zählen rund 3500 fest Beschäftigte, 1700 arbeitnehmerähnliche Freie sowie gut 400 Gagenempfänger. Zahlenmäßig ist der Sender die viertgrößte ARD-Landesrundfunkanstalt nach WDR, SWR und NDR.

Sie möchten exklusive Medienstorys, Jobkolumnen und aktuelle Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Inhalt konnte nicht geladen werden.