Unhaltbare finanzielle Aussichten: Britischer Guardian streicht massiv Stellen

16.07.2020
 

Die britische Zeitung Guardian hat angekündigt, bis zu 180 Stellen abbauen zu müssen. Betroffen seien 70 Arbeitsplätze in der Redaktion sowie Jobs im Anzeigengeschäft und im Marketing. Wie der Guardian die drastischen Maßnahmen begründet.

Der Guardian gehört wie die Zeitung The Observer zur Guardian Media Group. Die Unternehmensgruppe werde in den kommenden Jahren mit jährlichen Verlusten konfrontiert sein, "es sei denn, wir ergreifen entscheidende Maßnahmen", um die Kosten zu senken, werden Guardian-Chefredakteurin Katharine Viner und die Vorstandschefin der Mediengruppe, Annette Thomas, von der Zeitung zitiert.

Im laufenden Jahr wird demnach ein Umsatzrückgang von mehr als 25 Millionen Pfund (rund 27,6 Millionen Euro) erwartet. Die Corona-Pandemie habe "unhaltbare finanzielle Aussichten" für den Guardian geschaffen.

Der Guardian stellt seine Inhalte im Netz anders als viele andere britische Zeitungen kostenfrei zur Verfügung und fordert Leserinnen und Leser zu Spenden auf. Auch künftig solle kein Bezahlmodell eingeführt werden, hieß es weiter. "Die Strategie der letzten Jahre war die richtige", sagten Viner und Thomas.

Hintergrund: Zuletzt hatte bereits der Verlag Reach, der die Boulevardzeitungen Daily Mirror und Daily Express herausgibt, wegen sinkender Auflagen und Anzeigenerlöse den Abbau von 550 Stellen angekündigt. Auch die BBC setzt den Rotstift an und hat das Ziel ausgegeben, die Zahl der Stellen um 600 zu reduzieren.

Sie möchten exklusive Medienstorys, Jobkolumnen und aktuelle Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.