BR-Mitarbeiterinnen machen sich für eine Nachfolgerin von Intendant Ulrich Wilhelm stark

17.07.2020
 

Wer soll Intendant Ulrich Wilhelm nachfolgen? Beim Bayerischen Runfunk steht Anfang nächsten Jahres ein Wechsel an der Spitze an. "Es wird Zeit für eine Intendantin!", fordert ein Frauennetzwerk im BR.

Für die anstehende Intendanten-Wahl beim Bayerischen Rundfunk (BR) hat die Kandidatensuche begonnen. Am Zug ist jetzt der Rundfunkrat. Die 50 Mitglieder des Gremiums wählen den Senderchef und nur sie können auch Vorschläge machen. Die Nachfolge von Intendant Ulrich Wilhelm steht zum Februar nächsten Jahres an.

Mitarbeiterinnen des Senders haben sich laut einem dpa-Bericht nun für eine Frau an der Spitze ausgesprochen. "Es wird Zeit für eine Intendantin!", heißt es demnach in einem am Donnerstag an den Rundfunkrat überreichten offenen Brief. Bisher gab es beim BR nur Männer auf dieser Position. Bei den neun ARD-Landesanstalten stehen aktuell in drei Häusern Frauen an der Spitze.

"Eine solche Entscheidung fördert langfristig das Ansehen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks", betont das BR-Frauennetzwerk "Female for Future" dpa zufolge in dem Schreiben. Das Bündnis bezeichne sich als lockeren Zusammenschluss von Mitarbeiterinnen aus allen Teilen des BR. Angaben zur Zahl der Mitglieder habe das Netzwerk nicht gemacht.

Intendant Wilhelm tritt nach zehn Jahren nicht mehr für eine dritte Amtsperiode an. Ende Januar nächsten Jahres läuft sein Vertrag bei dem öffentlich-rechtlichen Sender aus. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", sagte Wilhelm im Rundfunkrat zu seinem Entschluss. Er habe vor allem ein lähmendes, "sich hinziehendes Abschiedsszenario" bei einer dritten Amtszeit vermeiden wollen (kress.de berichtete).

Hintergrund: Die Wahl wird zur Herbstsitzung des Gremiums am 22. Oktober erwartet. Sollte es viele Bewerber geben, könnte auch ein späterer Wahltermin nötig werden, sagte der Rundfunkrats-Vorsitzende Lorenz Wolf laut dpa.

Eine öffentliche Ausschreibung gibt es nicht. Der Vorsitzende fordert die Rundfunkräte schriftlich zu Kandidatenvorschlägen auf und muss dafür mindestens sechs Wochen Zeit geben. Wolf kündigte das Schreiben für Anfang nächster Woche an, die Abgabefrist werde etwas verlängert bis Mitte September.

Ihm selbst seien schon Namen in zweistelliger Zahl zugerufen worden, sagte Wolf, wie dpa weiter berichtet, in der Sitzung. Zugelassen seien aber nur Vorschläge der Rundfunkräte - und die Kandidaten müssten auch bereit sein. In der Vergangenheit standen bei der Intendanten-Wahl zumeist nur ein oder zwei Bewerber zur Abstimmung.

Die Kandidaten können sowohl aus dem BR kommen als auch von außen. In der zweiten BR-Führungsebene mit fünf Direktionen unmittelbar unter dem Intendanten gibt es vier Männer und eine Frau in der Leitung.

Sie möchten exklusive Medienstorys, Jobkolumnen und aktuelle Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.