"Lage der Nation": Wie es der Podcast in die schwarzen Zahlen geschafft hat

 

Der Polittalk "Lage der Nation" gehört zu den wenigen Podcasts, die schwarze Zahlen schreiben. kress pro erklärt in einem Case, wie die Macher Philip Banse und Ulf Buermeyer das geschafft haben.

Seit gut vier Jahren kommentieren Philip Banse und Ulf Buermeyer in ihrem wöchentlichen Polit-Podcast "Lage der Nation" das politische Geschehen in Deutschland und der Welt. In jeder Folge besprechen sie etwa fünf bis sieben Themen und bringen ihre jeweiligen Kompetenzen ein: Banse als freier Journalist, der seit 2005 Pod­casts macht und unter anderem für den Deutschlandfunk tätig ist. Buermeyer als Richter (derzeit abgeordnet an die Berliner Justizverwaltung) mit Expertise in Verfassungs- und Strafrecht.

Auch wenn das Format eindeutig journalistisch geprägt ist: Der Kern und eigentliche Reiz des Podcasts besteht im Zwiegespräch der miteinander befreundeten Moderatoren. Wie bei einer Debatte abends am Küchentisch geben sie geradeheraus ihre persönlichen Einschätzungen ab und tragen auch mal Meinungsverschiedenheiten aus. Mit dem Unterschied, dass noch rund 250.000 weitere Menschen mit in der Küche sitzen. So viele Downloads erreicht eine Folge laut Banse bei iTunes, Spotify und Co. innerhalb der ersten vier Wochen nach Erscheinen. Damit gehört die "Lage der Nation" zu den beliebtesten deutschen Podcasts. Und: Die Macher erwirtschaften einen Gewinn. Eine Seltenheit im noch relativ jungen Segment der Audiostreaming-Formate.

Umsatzzahlen wollte Philip Banse im Gespräch mit kress pro nicht preisgeben. Nur so viel: Er könne "gut davon leben". Auch das technische Equipment, ein großzügiges Büro und einige freie Mitarbeiter, die sich auf Stundenbasis um organisatorische Dinge kümmern, seien abgedeckt. "Wir sind ein kleines Medienunternehmen geworden", sagt Banse.

Die Erlöse generiert er aus vier verschiedenen Quellen:

1. Werbung: Jeweils am Anfang – kurz nach der Begrüßung des Publikums – und gegen Ende des Podcasts gibt es Werbeplätze. Die "Lage"-Macher arbeiten hier mit der ARD-Vermarktungstochter AS&S (ARD-Werbung Sales & Services) zusammen, die wie eine Anzeigenabteilung des Podcasts funktioniert. Banse spricht selbst die Werbung ein – eine in Podcasts durchaus übliche, aber auch nicht unumstrittene Handhabung. Zwar sind die werblichen Blöcke per ­Jingle und gesprochenem Hinweis vom Rest des Podcasts abgetrennt, doch natürlich schlägt die Stimme des vertrauten Gastgebers eine Brücke zwischen bezahlten und unbezahlten Inhalten. Eine weitere Verbindung stellen einige Werbekunden mittels Provisionen her. "Wenn ihr jetzt zu Naturstrom wechselt, passieren drei tolle Sachen auf einmal. Erstens: Das Klima sagt Danke. Zweitens: Ihr bekommt 50 Euro Startguthaben. Und drittens: Die 'Lage' bekommt auch noch mal 20 Euro überwiesen", wirbt Banses Stimme etwa in einer Ausgabe aus dem Januar 2020. Die Anzeigenumsätze der "Lage" sind nach Auskunft von Banse bis zum Ausbruch der Corona-Krise stetig angestiegen.

2: Abonnement: Für 4,99 Euro im Monat oder 49,99 Euro im Jahr können Fans ein "Lage-Plus"-Abo abschließen. Darüber hinaus gibt es eine Art "Karma-Abo" für 149 Euro, das einem den Dank der Macher einträgt und das gute Gefühl bescheren soll, unabhängigen Journalismus zu fördern. Abonnenten hören die Podcasts ohne Werbeeinblendungen, außerdem gibt es gelegentlich exklusive "Pre-Shows" mit Einblicken in die Vorbereitungen des Podcasts. Vor einiger Zeit haben die Hosts auch damit experimentiert, einige Inhalte wie bestimmte Interviews ausschließlich ihren zahlenden Kunden vorzubehalten, doch führte das zu einigen Irritationen in der Community. Derzeit liegen die Abonnentenzahlen von "Lage Plus" nach Aussage von Philip Banse im niedrigen vierstelligen Bereich.

Wie viele Menschen Banse und Buermeyer auch mit Spenden unterstützen und wie sie ihre Community auf die Spendenmöglichkeit hinweisen. Wie sich Events unerwartet zur vierten Einnahmequelle entwickelt haben und wie Banse und Buermeyer auf den Ausbruch von Corona reagiert haben.

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