ProSiebenSat.1-Gruppe: Umsatz bricht um ein Viertel ein

 

Wegen Corona ist der Umsatz der ProSiebenSat.1-Gruppe von April bis Juni um ein Viertel eingebrochen. Vorstandschef Rainer Beaujean sieht aber seit Juli "erste positive Tendenzen" auf dem Werbemarkt. Welche Werbeerlöse er für die kommenden Monate erwartet...

Weil die Corona-Pandemie auch ihr Werbe- und Produktionsgeschäft hart traf, sank der Umsatz der TV-Sendergruppe im ersten Quartal um 25 Prozent auf 709 Millionen Euro (Vorjahr: 947 Millionen). Diese Entwicklung beinflusste auch die Halbjahresperiode: Insgesamt schloss ProSiebenSat.1 die ersten sechs Monate 2020 mit einem Umsatz von 1,63 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,86 Milliarden) ab und lag damit 12 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Konzernverantwortlichen sehen aber erste Anzeichen für eine Erholung des Werbegeschäfts seit Juli. "In unseren Kernmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz beginnen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufzuhellen und so sehen wir seit Juli auch im Werbemarkt erste positive Tendenzen", sagt Rainer Beaujean, Vorstandssprecher & Finanzvorstand.

Für den Juli erwartet er bei den Werbeerlösen ein Minus von knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch für den August zeichne sich eine Verbesserung ab: Das Minus werde dann voraussichtlich rund 10 Prozent betragen. "Weiterhin fokussieren wir uns auf unser konsequentes Kosten- und Cash-Management und blicken optimistischer auf den Herbst", sagt der Vorstandschef. "Auch wenn es nicht möglich sein wird, die bis dahin entstandenen Covid-19-bedingten Rückgänge aufzuholen, werden die Monate September bis Dezember entscheidend für die Geschäftsentwicklung des Konzerns im Gesamtjahr sein." In diesen Monaten habe ProSiebenSat.1 in der Vergangenheit etwa 50 Prozent des bereinigten Ebitda erwirtschaftet.

Die in der SevenOne Entertainment Group gebündelten Sender der Gruppe (u.a. Pro Sieben, Sat 1 und Kabel 1) erwirtschafteten von April bis Juni 34 Prozent weniger Umsatz (398 Millionen Euro), und in der Produktionssparte RedArrow Studios war der Umsatz im zweiten Quartal um 31 Prozent niedriger (102 Millionen Euro). Um fünf Prozent auf 209 Millionen Euro wuchs hingegen der Umsatz der NuCom Group. Hier hat ProSiebenSat.1 Digitalunternehmen wie die Partnervermittlung Parship gebündelt.

Der Konzern hat wegen der unklaren Lage am 22. April seinen Anfang März veröffentlichten Finanzausblick auf das Geschäftsjahr 2020 zurückgenommen. Trotz der Anzeichen für eine Erholung des Werbemarkts trauen sich Beaujean & Co. nicht, eine neue Prognose abzugeben: "Angesichts der fortbestehenden erheblichen Unsicherheit über Ausmaß und Dauer der wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, der damit verbundenen geringen Visibilität sowie der Abhängigkeit der Gesamtjahresentwicklung des Konzerns vom traditionell bedeutsamen vierten Quartal, ist es dem Vorstand weiterhin nicht möglich, einen verlässlichen Ausblick für das Gesamtjahr 2020 zu geben", heißt es in der Unternehmensmitteilung.

Zur Person: Rainer Beaujean führt ProSiebenSat.1 seit Ende März. Er löste Max Conze an der Spitze der Sendergruppe ab. Erst vor gut einem Jahr war er als Finanzvorstand in die ProSiebenSat.1-Zentrale nach Unterföhring gekommen. Beaujeans Versprechen zum Amtsantritt: Pro Sieben Sat 1 werde sich stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren: das Entertainment.

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