Es gab keinen Einbruch: Burda-Chef Kallen verrät Zahlen zum ersten Halbjahr

03.08.2020
 

"Wir haben im ersten Halbjahr mehr oder weniger den gleichen Umsatz gemacht wie 2019. Es gab also keinen Einbruch", sagt Burda-Chef Paul-Bernhard Kallen. Man sei aber auch nicht wie geplant gewachsen. Was Kallen zur Lage bei Holidaycheck und dem Eventgeschäft berichtet.

Der Medienkonzern Hubert Burda Media hat im ersten Halbjahr 2020 "mehr oder weniger den gleichen Umsatz gemacht wie 2019". Dies verriet der Vorstandsvorsitzende Paul-Bernhard Kallen im Interview mit dem Handelsblatt (Montagsausgabe). "Es gab also keinen Einbruch, wir sind aber auch nicht wie geplant um 4,5 Prozent gewachsen." Im gesamten vergangenen Jahr steigerte Burda nach Angaben von Kallen den Umsatz um 4,8 Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro, 177 Millionen Euro wurden investiert.

Kallen sagt im Interview mit Sven Afhüppe und Kirsten Ludowig vom Handelsblatt auch, dass das Investmentgeschäft noch vor Corona im Januar und Februar sehr stark gewesen sei. Zudem sei der Umsatz im Digitalgeschäft - beim E-Commerce etwa - und in der Druckerei gewachsen. "Das klassische Anzeigengeschäft ist rückläufig, jedoch nach wie vor lukrativ, hat aber mit drei bis vier Prozent einen sehr geringen Anteil am Konzernumsatz", erläutert Kallen. Das Tourismus- und Eventgeschäft sei komplett weggebrochen.

Auf die Frage, wann sich das Eventgeschäft wieder erholen wird, antwortet der Burda-Chef: "Wenn man sich nicht treffen kann, dann geht natürlich ein Teil von dem verloren, was so einen Event ausmacht. Nähe, Emotionalität, Networking. Wir testen gerade Webinars. Wenn man eine starke Marke hat, dann ist das ein gutes Tool, um die bestehende Community am Leben zu erhalten; aber ein schlechtes, um eine neue Community aufzubauen."

Bei Burda mit Hauptsitz in München und Offenburg arbeiteten Ende 2019 mehr als 12.000 Mitarbeiter. Zu den bekannten Zeitschriften gehören die Marken Focus und Bunte. Burda ist neben diesem klassischen Geschäft in vielen anderen Sparten aktiv, darunter zum Beispiel mit der Internet-Plattform Holidaycheck.

Zur Lage bei Holidaycheck sagt Kallen: "Reisen ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Und sie werden auch weiterhin Informationen im Netz suchen und dort buchen. Tendenz steigend." Holidaycheck plane, ergänzend zu den Paketen anderer Reiseveranstalter künftig mehr eigene Reisepakete zu verkaufen. Dieses und nächstes Jahr werde sich der Reisemarkt allerdings noch nicht erholen. "Und wir hängen an regulatorischen Vorgaben: Wenn die Flugreise künftig doppelt so teuer sein wird wie in der Vergangenheit, was durchaus möglich ist, dann werden die Menschen weniger reisen", betont Kallen im Handelsblatt.

Kallen greift in dem Gespräch nochmals eine Idee auf, die auch von vielen anderen Seiten forciert wird: Die des Baus einer europäischen Digital-Infrastruktur, um ein Gegengewicht zu US-Riesen wie Google, Amazon und Facebook bilden zu können. "Wir müssen eine eigene digitale Infrastruktur aufbauen, die unseren Wertvorstellungen entspricht - das betrifft den Browser, Suchmaschinen und so weiter", fordert Kallen.

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