50 Mio für Fernsehproduktionen: Nico Hofmann und Henning Tewes fordern Ausfallfonds

05.08.2020
 

"Wir brauchen einen von den Ländern gestützten Ausfallfonds für die deutsche Fernsehproduktion – unter Eigenbeteiligung von Sendern und Produzenten", schreiben die TV-Manager Nico Hofmann und Henning Tewes in einem Gastbeitrag in der FAZ. Wie das Modell konkret aussehen könnte.

In der TV-Branche wird die Forderung nach einem Ausfallfonds für Fernsehproduktionen in der Corona-Pandemie lauter. Der Geschäftsführer der Produktionsfirma Ufa, Nico Hofmann, und der Co-Geschäftsleiter der Streamingplattform TVNow, Henning Tewes, haben dazu einen Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwochausgabe) verfasst.

Für einen möglichen Produktionsausfall in Corona-Zeiten sei die Vielzahl der Produktionsunternehmen in Deutschland nicht gewappnet, heißt es dort. Solche Risiken könnten insbesondere private TV-Sender nicht länger auffangen.

Hofmann und Tewes, der auch Chief Operating Officer (COO) Programme Affairs und Multichannel bei der Mediengruppe RTL Deutschland ist, werben via FAZ für einen Fonds in Höhe von 50 Millionen Euro. Das Ganze soll bis zum nächsten Sommer befristet sein. Produzent und Sender sollen sich mit je zehn Prozent an den Kosten beteiligen. "Wie bei einer Kaskoversicherung würde so jeder Geschädigte einen Teil des
Schadens selbst finanzieren." Die Ufa und die Mediengruppe RTL sind Teil des Bertelsmann-Konzerns.

Bislang gibt es eine Zusage für die Branche vom Bund - allerdings bezieht sich dieser geplante Ausfallfonds in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro auf Kinoproduktionen und hochwertige Serien. Er würde in diesem und dem nächsten Jahr bei pandemiebedingten Ausfallkosten zum Tragen kommen. Der Bund wirbt zugleich dafür, dass auch die Länder - Rundfunk ist in Deutschland weitgehend Ländersache - solidarische Lösungen anbieten.

In dem Gastbeitrag von Nico Hofmann und Henning Tewes heißt es speziell dazu, dass die Hilfe zwar ein solides Signal sei, dem Kern der deutschen Fernsehwirtschaft aber nicht zugutekomme. Die für das deutsche Fernsehen bestimmten Auftragsproduktionen beziffern die TV-Manager auf jährlich rund 12.500 Programmstunden und fast 80 Prozent des Produktionsvolumens.

Jüngst haben die öffentlich-rechtlichen Anstalten ZDF und ARD ihre Zusagen für Produzenten verlängert, einen Teil von Ausfallkosten zu übernehmen. Auch dort wird immer wieder für einen staatlichen Ausfallfonds geworben.

Sie möchten exklusive Medienstorys, Jobkolumnen und aktuelle Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.