Gibt es mit Nikolaus Blome eine deutlich konservativere Ausrichtung bei RTL und ntv?

14.08.2020
 

Anfang der Woche vermeldete kress.de eine prominente Personalie bei RTL: Nikolaus Blome wird künftig das Ressort Politik und Gesellschaft in der Zentralredaktion der Mediengruppe RTL Deutschland steuern. Im Interview mit dem Deutschlandfunk sagt Chefredakteurin Tanit Koch, was sie sich von ihrem Neuzugang Blome erwartet.  

Nikolaus Blome war lange Führungskraft bei Axel Springer, so wie Tanit Koch auch, und dann zwischendurch beim "Spiegel", im Moment ist er noch Autor der "Spiegel"-Kolumne "Jetzt erst recht(s)". Blome sei also bekannt als sehr konservative Stimme, sagt Christoph Sterz im Deutschlandfunk-Interview mit Tanit Koch, Geschäftsführerin von ntv und Chefredakteurin der RTL-Zentralredaktion. "Heißt das, ab jetzt deutlich konservativere Ausrichtung bei RTL und ntv, was die Themen Politik und Gesellschaft anbelangt?", fragt Sterz Koch. Die Mediengruppe-RTL-Führungskraft teilt die Einschätzung über Blomes politische Ausrichtung nicht: "Ich kenne Nikolaus Blome sehr, sehr lange. Ich glaube, zum ersten Mal, also ich im Zuge meines Volontariats einen Monat bei der 'Welt' war und er damals das Politik-Ressort da geleitet hat. Und ich schätze Nikolaus Blome als bürgerlich-liberale Stimme, auch häufig der Vernunft, und als einen der profiliertesten Journalisten des Landes." Koch freut es sehr, dass man Blome für die Aufgabe des Ressortleiters Politik und Gesellschaft gewinnen konnte. Er passe auch von der Führungskultur her, sehr sehr gut ins Haus.

"Was wir wollen, ist weiterhin hervorragenden politischen Journalismus zu machen. Und das, glauben wir, wird mit Nikolaus Blome noch besser gelingen als ohnehin schon, insbesondere auch, weil er mit Christian Berger, der lange Zeit das Nachtjournal als Redaktionsleiter verantwortet hat, einfach eine tolle Kombination abgibt", sagt Tanit Koch im Deutschlanfunk weiter. Das Ziel sei, nicht nur über Menschen zu berichten, sondern vor allem für Menschen. "Und das bedeutet, dass wir die Politik übersetzen und aus Berlin auch herausholen müssen, weil Berlin - was ich sehr schätze - eben nicht Deutschland ist. Auch wir berichten für die Republik auch aus Berlin-Mitte, aber nicht nur für Berlin-Mitte", betont Koch.

Die Medienmanagerin beschreibt im Deutschlandfunk auch den Transformationsprozess in der RTL-Zentralredaktion, den Wechsel hin zu Ressorts, in denen Inhalte gebündelt werden, die dann auf vielen Ausspielflächen - Sendungen, Sendern, Digitalplattformen - ausgespielt werden könnten. Man habe dafür extra Assessmentcenter eingerichtet, um nicht nur auf die journalistische Kompetenz zu gucken, sondern auch ganz klar auf die Führungskultur und -kompetenz der Kolleginnen und Kollegen. "Es ist ein ziemlich einzigartiger Prozess, den so, glaube ich, andere Medienhäuser noch nicht bestritten haben. Aber ich kann das tatsächlich nur jedem nahelegen, weil man sehr viel über sich selber, aber auch die wichtigsten Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, erfährt", so Koch.

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