Sendung mit früherem AfD-Politiker Kalbitz hat Folgen: RBB schafft Sommerinterviews ab

20.08.2020
 

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg beendet seine Sommerinterview-Reihe Politik am See. Zuvor hatte es scharfe Kritik an dem im Juli gesendeten Gespräch mit Brandenburgs früherem AfD-Chef Andreas Kalbitz gegeben. Wie RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein das Aus begründet.

Der Sender werde das Konzept der Reihe im Nachrichtenmagazin "Brandenburg aktuell" im kommenden Jahr nicht mehr verfolgen, heißt es beim RBB. Hintergründige Politiker-Interviews, auch im Sommer, werde es im RBB aber weiter geben.

Am Mittwoch hatte bereits RBB-Chefredakteur Singelnstein das Aus von Politik am See in der Wochenzeitung "Die Zeit" angekündigt. "Es zwingt uns niemand, ein solches Konzept zu verfolgen. Nicht nur ich halte das gesamte Format für veraltet." Das Gespräch mit Kalbitz hätte besser vorbereitet werden müssen, zeigte sich Singelnstein erneut selbstkritisch. Der RBB habe enorme Expertise im Bereich Rechtsextremismus und erfahrene Rechercheure, aber dieses Wissen sei nicht genutzt worden. "Es treibt mich noch sehr um, dass uns das passieren konnte", so der Chefredakteur.

Gleichzeitig hält Singelnstein an Interviews mit AfD-Vertretern fest. "Wir können nicht sagen, die Partei passt uns nicht, die kommt bei uns nicht vor. Die AfD sitzt nun einmal als zweitstärkste Kraft im Landtag. Und ich glaube nicht, dass man die Welt besser macht, indem man die AfD nicht zeigt", sagt er in der aktuellen "Zeit".

Lesetipp: Dass die Situation für Journalisten der ARD nicht ganz einfach ist, weiß auch Bild-Chef Julian Reichelt.

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