Zum Start von Christoph Rüth: Funke-Verlegerin Julia Becker setzt auf neuartiges Führungsmodell

28.08.2020
 

Christoph Rüth fängt am 1. Oktober als Geschäftsführer der Funke Mediengruppe an. Er kommt von der Madsack Mediengruppe. Ove Saffe, der derzeit die Zeitungssparte managt, verlässt das Unternehmen. Wie Funke-Verlegerin Julia Becker die Aufgaben im Führungsteam künftig verteilt und wer die Sprecherrolle zunächst bekommt.

Christoph Rüth wird neuer Geschäftsführer der Funke Mediengruppe. Der Medienmanager war bislang bei der Madsack Mediengruppe für das operative Geschäft zuständig - die COO-Rolle übernimmt dort Benjamin Schrader (kress.de berichtete)

Zur Person: Vor seiner Madsack-Zeit hat Christoph Rüth bereits als Verlagsgeschäftsführer die Financial Times Deutschland und die Abozeitungen von Axel Springer gelenkt. Die heutigen Funke-Zeitungen Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt gehörten zu seinem Portfolio.

Julia Becker, Gesellschafterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Funke Mediengruppe, freut sich, mit Christoph Rüth "einen absoluten Kenner des gesamten Tageszeitungsgeschäfts, von der kleinsten Verlags- und Redaktionseinheit bis zu innovativen, titelübergreifenden Erlösmodellen", für Funke gewonnen zu haben. "Christoph Rüth kennt wie kein Zweiter die Potenziale, die in der digitalen Transformation des Zeitungsgeschäftes, in der Konsolidierung von Bereichen einerseits, aber auch in der dezentralen Stärkung unserer deutschlandweiten Standorte andererseits stecken."

Mit Rüth wolle man das Zeitungsgeschäft auch für die Zukunft solide und erlössicher aufstellen. "Regionale Tageszeitungen sind und bleiben Kerngeschäft und Kompetenz der Funke Mediengruppe", betont Julia Becker. Zu den zwölf Regionaltiteln zählen zum Beispiel das Hamburger Abendblatt, die Berliner Morgenpost und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung.

Christoph Rüth sagt zu seiner neuen Führungsaufgabe: "Gut gemachter Journalismus hat wirtschaftlich Zukunft, ich freue mich über das klare Bekenntnis der Gesellschafter dazu und auf die Aufgabe, gemeinsam mit meinen Kollegen in der Geschäftsführung ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell rund um die starken Marken zu gewährleisten."

So werden die Aufgaben im Funke-Führungsteam künftig verteilt:

Funke gibt den Geschäftsführern in Zukunft Handhabe über die gesamte Wertschöpfungskette ihres jeweiligen Bereiches.

Christoph Rüth verantwortet die Marken des Funke-Zeitungsbereiches über alle Distributionskanäle inklusive deren Vermarktung und der erforderlichen Units bei Funke Digital.

Andreas Schoo leitet den Zeitschriftenbereich und steuert bei Funke Digital zusätzlich das neu gegründete Digital Brands Network für bundesweite Themenportale, die Jobportale und Listings sowie die werbefinanzierten Reichweitenportale der Funke Mediengruppe, darunter derwesten.de und moin.de.

Die für die Tageszeitungsmarken relevanten Bereiche bei Funke Digital, darunter Audience Development, Product und Tech, sowie den Vermarktungsbereich Funke Sales verantworten Andreas Schoo und Christoph Rüth somit künftig gemeinsam. 

Michael Wüller, als Finanzwirt in dem Führungsteam zuständig für Steuern, Finanzen, Recht, Personal sowie Logistik und Druck, leitet diesen Bereich auch in Zukunft.

Wer wird Sprecher der Funke-Geschäftsführung?

Die Sprecherrolle innerhalb der Funke-Geschäftsführung wird zukünftig gleichberechtigt zwischen den drei Geschäftsführern in ein "rollierendes Modell" überführt. Andreas Schoo startet im neuen Modell als Sprecher.

Abschied von Ove Saffe

Mit dem Eintritt von Christoph Rüth in das Unternehmen verabschiedet die Funke Mediengruppe nach einem kurzen Übergang Ove Saffe, den derzeitigen Geschäftsführer für die Zeitungssparte, "im besten gegenseitigen Einvernehmen".

"Wir schätzen Ove Saffe, weil er die Regionalzeitungen unseres Verlages behutsam und immer mit einem Blick auf die Belange der Redaktionen umstrukturiert hat", sagt Julia Becker. "Ove Saffe hat den starken, unabhängigen Lokaljournalismus bei Funke unterstützt, und den redaktionellen Inhalten, neben der Stabilisierung der geschäftlichen Entwicklung, aufrichtige Sympathie und Respekt entgegengebracht. Im Namen der Gesellschafter wünsche ich ihm alles erdenklich Gute; wir sind ihm zu großen Dank verpflichtet."

Hintergrund: Die Funke Mediengruppe hatte bereits im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass der Vertrag von Ove Saffe (läuft in diesem Jahr aus) nicht verlängert wird - lesen Sie die Analyse von kress pro-Chefredakteur Markus Wiegand.

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