Unterhaltung ist kein Blödsinn: So will Jan Ippen BuzzFeed Deutschland profitabel machen

31.08.2020
 

"Mit Mit BuzzFeed können wir neue Zielgruppen erschließen. Wir wollen ja nicht mit alten Lesern zu Grabe getragen werden", sagt Jan Ippen im Spiegel-Interview. Wie der Gründer und Geschäftsführer von Ippen Digital BuzzFeed Deutschland profitabel machen möchte und was er über Clickbaiting denkt.

Zum Ippen-Digital-Netzwerk gehören die Online-Auftritte von Regionalzeitungen und Boulevardtiteln, vom "Münchner Merkur" bis zu Rosenheim24.

"Wenn sich Gelegenheiten auf dem Weg zu unserem strategischen Ziel ergeben, nehmen wir die gerne mit. Corona hat BuzzFeed einen ordentlichen Dämpfer verpasst, sodass viele internationale Standorte ganz schnell zur Disposition standen", sagt Jan Ippen im Spiegel-Interview zur exklusiven Partnerschaft mit BuzzFeed in der DACH-Region. Die Redaktion hat Ippen komplett übernommen, die Marke könne man dank einer Lizenz unbefristet nutzen.

"Wir möchten der Marke wieder zu einer ordentlichen Flughöhe verhelfen", sagt Jan Ippen im Spiegel-Interview mit Anton Rainer. Das Portal soll in seinem Wesen weitergeführt werden: Junge Leute mit Quizzes und Listicles unterhalten, und danach mit hintergründigen Recherchen informieren.

Der Clickbaiting-Vorwurf ficht den Gründer und Geschäftsführer von Ippen Digital nicht an: Journalisten müssten schreiben, um ihr Publikum zu erreichen, sonst könne man es auch bleiben lassen. "Ein Hintergrundartikel, nackt ins Netz gestellt, findet so gut wie kein Publikum. Wie soll man eine halbjährige Recherche refinanzieren, wenn man am Ende nur 27.000 Leser bekommt?", fragt Ippen im aktuellen Spiegel. Unterhaltung sei kein Blödsinn. Man habe immer das gebaut, was der Kunde haben wollte.

Ippen will über zusätzliche Suchmaschinenoptimierung mehr Reichweite für BuzzFeed schaffen, die entsprechend vermarktet werden soll. Die Zusammenarbeit im Netzwerk werde außerdem steigen. Im Gegenzug lerne man ein Publikum ab 15 Jahren zu adressieren, was den Ippen-Redaktionen gut tue.

Jan Ippens sagt im Spiegel-Interview auch, dass sein Vater, der Verleger Dirk Ippen, den Kauf unterstüzt habe. "Uns beide verbindet, dass wir an die Zukunft von digitalem Journalismus glauben.

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