Exklusiv: Sieben Linkedin-Vorbilder

11.09.2020
 

Positionierung, Dialog, Reichweite: Was Douglas-Chefin Tina Müller und andere Social-Media-Könner richtig machen, zeigt der PR Report in seiner "Werkstatt".

Tina Müller: Die Vorstandschefin

Es gibt eine ganze Reihe CEOs großer Unternehmen, die Linkedin gut machen. Tina Müller stieg indes schon als Marketingchefin des Autobauers Opel zu einem bekannten Kopf der deutschen Wirtschaft auf - auch durch Social Media. Inzwischen ist sie CEO der Parfümeriekette Douglas. Müllers Posts und Artikel sind persönlich im Ton, senden aber immer klare Botschaften. So wird das Bild einer Top-Managerin gemalt, die für ihr Unternehmen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre Kundinnen und Kunden in ständigem Einsatz ist. Ein gutes Beispiel für die C-Level-Positionierung.
 
Andreas Weck: Der Karriere-Reporter

Andreas Weck zeigt, wie Journalistinnen und Journalisten das Netzwerk nutzen können. Natürlich ist Linkedin für einen Karrierereporter wie gemacht. Was Weck besser macht als andere: Er verbreitet nicht nur Artikel, sondern stößt häufig Diskussionen an. Zum Teil haben schon die Kommentare unter seinen Posts um die 100 Likes - es wird also diskutiert und die Leserinnen und Leser schätzen das. Auch Medien veröffentlichen Beiträge auf Linkedin. So sollte die "Wirtschaftswoche" dort die ideale Leserschaft treffen. Aber: Likes und Kommentare machen nicht den Eindruck, als ginge das Engagement "durch die Decke". Gleiches gilt für "Süddeutsche Zeitung", "Manager Magazin" und "t3n". Der Weg über die Profile der Redakteurinnen und Redakteure scheint zielführender.

Björn Waide: Der Start-up-Chef

Björn Waide ist CEO von Smartsteuer, einem Online-Dienst für Steuererklärungen (betreut wird er von der Agentur Hypr, bei Christian Bölling, der Autor dieser PR-Werkstatt, manchmal aushilft -Anm. d. Red.). Einen Namen hat er sich aber vor allem beim Thema New Work gemacht: Waide hat in seinem Unternehmen die Hierarchien abgeschafft und plädiert für eine kürzere Arbeitszeit. Einige seiner Beiträge haben Tausende Likes erhalten. In der Folge haben auch klassische Medien ihn als Experten zu Wort kommen lassen.

Christine Lagarde: Die Zentralbankerin

Christine Lagarde ist die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie erreicht regelmäßig Tausende Likes mit Posts zu Themen aus ihrem Fachgebiet (Beispiel: "How the EU is helping firms and households"), aber auch mit persönlichen Einschätzungen (Beispiel: "My personal view on Leadership"). Bei Letzterem handelt es sich übrigens um ein Redemanuskript - Stichwort Content-Verzahnung.

Jan Bechler: Der Gründer

Jan Bechler, Gründer und Geschäftsführer der Digital-Agentur Finc 3 (ein Kunde des Autors dieser PR-Werkstatt - Anm. d. Red.) zeigt, wie digital-affine Firmenchefs sich auf Linkedin positionieren können. Er beherzigt viele der in dieser PR Werkstatt beschriebenen Tipps, wirkt aber nicht statisch. Bechlers Posts sind dialogisch, die Themen folgen augenscheinlich keinem detaillierten Redaktionsplan, sondern der Intuition. Ein Beitrag zum möglichen Erfolg deutscher Marken auf chinesischen Marktplätzen war Ausgangspunkt für einen Bericht im "Handelsblatt". Bechler vermittelt den Eindruck, dass er nicht seine Reichweite maximieren, sondern einen Beitrag zur Community leisten will.

Mirko Kaminski: Agentur-Frontmann

Der Chef der Hamburger Agentur Achtung weiß um die Wichtigkeit von "Personal Branding" und sucht auf jedem Kanal seinen Weg. Auf Linkedin beginnen viele seiner Posts mit "Wir schalten mal schnell aus dem Business Stream nach Fehmarn". Zu sehen gibt es dann Schafe, Strand, einen Steg und das Meer. Mirko Kaminski miss- und beachtet damit die Regeln des Netzwerks gleichermaßen - sprechen die Beiträge doch dafür, dass man bei Achtung auch mal aus dem Arbeits- in den Spaß-Modus schalten darf.

Tijen Onaran: Die Netzwerkerin

Wenn man sich in den vergangenen Jahren in puncto Netzwerken bei jemandem etwas abschauen konnte, dann bei Tijen Onaran. Linkedin scheint aus der Außenperspektive betrachtet nicht ihr Hauptkanal, umso besser kann man dort sehen, wie sich unterschiedliche Formate miteinander verzahnen lassen. Statt ein Selfie-Interview mit "Forbes" bloß zu verlinken, postet sie es zusammen mit Screenshots der unzähligen Versuche während der Aufzeichnung. So geht Content-Verlängerung!

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Tipp: Bei diesem Text handelt es sich um einen Auszug aus der PR-Werkstatt "Linkedin". Lesen Sie darin:
 
Das perfekte Firmenprofil: Wie Sie Ihr Unternehmen am besten darstellen.
 
Das perfekte Personenprofil: Wie Sie sich auf Linkedin bestmöglich darstellen.
 
Der perfekte Post: Wie Sie relevant werden und bleiben.
 
Corporate Influencer: Wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Botschaftern Ihres Unternehmens werden.
 
Gesicht und Stimme: Wie Sie Ihr Top-Management in neun Schritten auf Linkedin positionieren können.

Hintergrund: Der PR Report erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteur ist Daniel Neuen.

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