International-Chef Wolfgang Blau kehrt Condé Nast den Rücken

 

Überraschender Abgang in London: Wolfgang Blau, der weltweite Chief Operating Officer des US-Medienhauses und President International von Condé Nast, vormals Zeit-Online-Chefredakteur, wechselt in die Wissenschaft.

Sein neuer Arbeitgeber ist das renommiert Reuters Institute for the Study of Journalism der University of Oxford, wo Wolfgang Blau die Rolle eines "Visiting Fellows", also eines Gast-Wissenschaftlers, übernehmen wird. Er wird zusammen mit Jennifer McGuire, früher Gneral Manager und Editor in Chief von CBC News aus Kanada, mit Fragen rund um den Klimawandel, aber auch um Kooperationen im Journalismus befassen.

Ob das eine abendfüllende Tätigkeit für den vielbeschäftigten Medien-Topmanager sein wird, darf angezweifelt werden. Die genauen Gründe für Blaus Weggang von Condé Nast, wo man sich weltweit, aber auch in Deutschland, mit enormen wirtschaftlichen Herausforderungen und Sparzwängen konfrontiert sieht, sind noch unklar.

Wer ihm in London bei Condé Nast nachfolgen wird, wurde ebenfalls noch nicht bekannt. Aus deutscher Sicht dürften sich auf jeden Fall Details und Köpfe bei den Berichtswegen ändern: Bislang war Wolfgang Blau auch für die Deutschland-Niederlassung unter Führung von CEO Jessica Peppel-Schulz zuständig.

Wolfgang Blau kam 2015 zu Condé Nast, um die Auslandsorganisation des "Vogue"- und "AD"-Verlags außerhalb der USA von London aus zu führen. Er war für die Geschäfte in Europa, Asien und Südamerika verantwortlich. Bevor er zum President International befördert wurde, war der gebürtige Stuttgarter Chief Digital Officer des Medienriesen.

Vor seiner Zeit bei Condé Nast arbeitete Wolfgang Blau bereits in Großbritannien, für das "The Guardian"-Medienhaus, wo er sich einst auch um die Stelle des Chefredakteurs beworben hatte und nicht durchsetzen konnte. Vor seiner Zeit im Ausland wurde er in Deutschland als Chefredakteur von Zeit Online bekannt. Den Posten in Hamburg hatte er von 2008 bis 2033 inne.

Hintergrund: Condé Nast International bringt weltweit 143 Magazine heraus, darunter "Vogue", "GQ", "Wired", "AD" sowie "Vanity Fair" und betreibt über 100 Webseiten. Das Reuters Institute for the Study of Journalism publiziert unter anderem regelmäßige weltweit beachtete fundierte Studien zur Medienindustrie heraus.

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