Kernfusion von Klimajournalismus und Klimaaktivismus? Aufregung um die stern-Koop mit Fridays for Future

28.09.2020
 

Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier twitterte am Freitag: "Bei der #Klimakrise ist @sternde nicht länger neutral." Hintergrund ist eine Kooperation des stern mit der Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future. Aus der Medienbranche gibt es dafür Kritik, u.a. von Welt-Chef Ulf Poschardt.

Beim stern haben zwei Tage lang Klimaaktivisten Themen beim Heft und im Digitalen gesetzt. Dazu ging das Gruner+Jahr-Magazin eine "einmalige Kooperation" mit der Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future (FFF) ein, die für Freitag auch zu einem globalen Klimastreik aufgerufen hatte.

stern-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier twitterte am Freitag: "Bei der #Klimakrise ist @sternde nicht länger neutral." Auf Anfrage der dpa betonte Gretemeier: "Für den stern gibt es in Bezug auf die Klimakrise nur eine Position: Wir müssen jetzt handeln. Bevor es zu spät ist." Unabhängig von der einmaligen Kooperation mit FFF heiße das für die Redaktion, dass man dem Klimawandel noch mehr Aufmerksamkeit schenken werde. "Wir verstehen das als journalistischen Auftrag und als Verpflichtung."

Gretemeier betonte zugleich: "Unsere redaktionelle Unabhängigkeit steht außer Frage. Selbstverständlich wird FFF nach der Kooperation wieder genauso Gegenstand unserer unabhängigen Berichterstattung sein wie zuvor und wie alles andere, was uns wichtig ist." Man sehe keinen Widerspruch "zwischen unserem journalistischen Auftrag und der eindeutigen Positionierung in einer der wichtigsten Fragen unserer Zeit."

Für die Kooperation des stern gab es Kritik aus der Branche: Ulf Poschardt, Chefredakteur der Welt, schrieb auf Twitter: "der @sternde und die @tazgezwitscher machen transparent, was längst auch in zig anderen redaktionen inoffiziell passiert: die kernfusion von klimajournalismus und klimaaktivismus #KeinGradWeiter." Es folgte eine Debatte in den Sozialen Medien.

Hintergrund: Die Tageszeitung taz gab am Freitag eine Sonderausgabe heraus, an der ebenfalls Dutzende Klimaaktivisten beteiligt waren.

Sie möchten exklusive Medienstorys, Jobkolumnen und aktuelle Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Inhalt konnte nicht geladen werden.