Warum Medienpromis wie Günther Jauch und Kai Diekmann gegen den WDR protestieren

 

WDR-Intendant Tom Buhrow gerät wegen der geplanten Abschaffung von Radio-Geschichtssendungen unter Druck. Einen offenen Protestbrief haben 102 Prominente unterzeichnet - darunter TV-Moderator Günther Jauch, Ex-Bild-Chef Kai Diekmann sowie Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Sie sprechen sich als Unterzeichner der Protestnote gegen die geplante Abschaffung des beliebten WDR2-Geschichtsformats "Stichtag" aus. Sollte das auslaufen, werde auch das tägliche Geschichts-Feature "Zeitzeichen" auf WDR3 und WDR5 gefährdet, argumentieren die Kritiker des WDR.

"Nur weil die Autorinnen und Autoren bisher beide Sendungen parallel produzieren, können sie historisches Radio in höchster Qualität liefern. Fällt die eine Sendung weg, muss die andere leiden", heißt es in dem Schreiben.

Befürchtet wird, dass der WDR mit dem Aus für den "Stichtag" seine hauseigene Kompetenz in Sachen Geschichtsvermittlung schwächt. Und das "gerade in Zeiten von Fake-News, Verschwörungsfantasien und wachsender Demokratieverachtung", heißt es in der Protest-Note.

Hintergrund für die geplante "Zeitzeichen"-Abschaffung ist die umfrangreiche Programmreform für die Hörfunkwellen WDR2 und WDR5. Diese soll der Programmausschuss des WDR-Runfunkrats am 30. September beschließen.

Nun bauen die Unterstützer mit dem offenen Brief, der im "Kölner Stadtanzeiger" erschien, Druck auf. Neben Jauch, Diekmann und Leutheusser-Schnarrenberger finiden sich dort unter anderem auch der Bestsellerautor Horst Eckert und die Schauspielerin Mariele Millowitsch als Unterzeichner.

Hintergrund: Beide täglichen Geschichtsformate gehören seit Jahrzehnten - das "Zeitzeichen" seit 1972, der "Stichtag" seit 1997 - zu den beliebtesten Radioformaten im WDR, sagen die Unterstützer der Protestnote. Jede Sendung widmet sich einer historischen Persönlichkeit oder einem historischen Ereignis, vom Geburtstag Karls des Großen bis zur Erfindung des Reißverschlusses. Sie vermitteln Geschichte in verständlicher Sprache, ansprechender Form – und schlagen immer auch die Brücke ins Heute. Beide Formate wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Aktuell zeigen auch die Podcast-Zahlen des Senders, wie sehr die Geschichtssendungen geschätzt werden. Zusammen erreichen "Stichtag" und "Zeitzeichen" über 1,5 Mio Abrufe pro Monat – und das mit steigender Tendenz.

Sie möchten exklusive Medienstorys, Jobkolumnen und aktuelle Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Inhalt konnte nicht geladen werden.