Erscheint die FAS bald am Samstag?

 

Die Süddeutsche Zeitung setzt auf ihre Wochenend-Ausgabe und hat damit kein "Zustellproblem" am Sonntag. Auf welches Modell es bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hinauslaufen könnte, sagt Chefredakteur Markus Wiegand in seiner kress pro-Kolumne.

Entschieden ist noch nichts, aber die FAZ-Gruppe testet in zwei Städten die Zustellung der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS") am Samstag. Hintergrund des Ganzen sind die hohen und weiter steigenden Vertriebskosten.

Naheliegend wäre eigentlich eine andere Lösung. Die FAZ-Gruppe und Springers "Welt am Sonntag" könnten die Zustellung ihrer Blätter gemeinsam organisieren, um die Kosten zu drücken. Gespräche dazu scheiterten aber mehrfach. Offenbar hat sich bei Springer die Vorstellung durchgesetzt, dass man den Konkurrenten am Sonntag lieber allein lässt und so womöglich aus dem Markt schießen kann. Schon heute sei die "FAS" hart gerechnet defizitär, unterstellt man bei Springer gerne mal hinter vorgehaltener Hand.

In der FAZ-Gruppe dagegen heißt es informell nur, die "FAS" sei ein Ergebnisbringer. Langfristig allerdings würden die hohen Kosten im Vertrieb zum Problem.

Erste Ergebnisse des Testlaufs möchte die FAZ-Gruppe noch nicht teilen. Der Kernfrage lautet: Akzeptieren die Abonnenten einer Sonntagszeitung, dass sie ihre Zeitung künftig schon am Samstag bekommen? Hinzu kommt: Wer "FAZ" und "FAS" abonniert hat, wird künftig zwei ziemlich dicke Zeitungen am Samstag bekommen. Ist das zu viel?

Bei der "Süddeutschen" dürfte die Chefetage drei Kreuze machen, dass man vor Jahren nicht auch in den damals als lukrativ geltenden Sonntagsmarkt eingestiegen ist. Die "SZ" setzt auf ihre Wochenend-Ausgabe und hat damit kein Zustellproblem am Sonntag.

Wir würden mal die Prognose wagen, dass es auch bei der "FAZ" auf ein Modell ohne Sonntagszustellung hinauslaufen wird, wenn die Abonnenten nicht in Scharen davonstürmen. Das würde der FAZ-Gruppe sofort eine deutliche Verbesserung des angespannten Ergebnisses bescheren.

Der Artikel stammt aus Markus Wiegands aktueller kress pro-Kolumne "Aus unseren Kreisen". Darin beschäftigt sich der kress pro-Chefredakteur auch mit diesen Fragen: Funktioniert das Triumvirat bei Funke? Lohnt sich der Buzzfeed-Kauf für Ippen? Wie lief der Generationswechsel beim BVDA?

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