Axel Springer eröffnet Neubau in Berlin - warum man im digitalen Zeitalter überhaupt noch Büroräume braucht

07.10.2020
 

Der Axel-Springer-Neubau in Berlin ist offiziell eröffnet. Exakt vier Jahre nach dem Baustart und 54 Jahre nach Einweihung des gegenüberliegenden goldenen Verlagshochhauses. Architekt Rem Koolhaas und Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner über die Notwendigkeit von Büroräumen in Zeiten der Pandemie.

70 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur nahmen am Vormittag des 6. Oktobers unter Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln an einem Festakt anlässlich der Eröffnung teil. Die Veranstaltung fand im 6. Stockwerk des Neubaus auf der "Welt"-Brücke statt, welche die Nord- und Südseite des Gebäudes verbindet und die Axel-Springer-Marke "Welt" mit den Gattungen Print, Digital und Fernsehen inklusive der TV-Studios beheimatet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Axel Springer sowie Interessierte konnten die Veranstaltung im Livestream auf axelspringer.de verfolgen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der Architekt Rem Koolhaas und der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer, Mathias Döpfner, hielten die Eröffnungsreden.

Architekt Koolhaas sagte: "Paradoxerweise zeigen die aktuelle Pandemie und die gleichzeitige digitale Beschleunigung die Notwendigkeit von Räumen, die für die Interaktion von Menschen konzipiert sind. In einem typischen Bürogebäude tritt ein Besucher ein und verschwindet dann wieder. Es ist alles andere als klar, was in einem solchen Gebäude geschieht. Im Axel-Springer-Gebäude stehen Menschen und ihre Interaktion im Mittelpunkt. Das neue Verlagshaus ist ein Werkzeug für die Weiterentwicklung eines Unternehmens in ständiger Bewegung. Es bietet seinen Nutzern eine physische Basis - verschiedenste räumliche Gegebenheiten, intim bis monumental - im Gegensatz zur Eintönigkeit des Arbeitens im virtuellen Raum."

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, erinnerte: "Wir wollten mit dem Neubau ein Symbol und einen Beschleuniger unseres eigenen Wandels schaffen. Der Auftrag war lange vor Corona, die Frage neu zu beantworten, warum man im digitalen Zeitalter überhaupt noch Büroräume braucht. Rem Koolhaas ist das spektakulär gelungen. Offene multifunktionale Räume, die maximal flexible Nutzung erlauben. Avantgardistische Architektur als Magnet der Begegnung und Kommunikation. Ein Haus als Kraftwerk der Kreativität."

Für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Springer-Neubau Symbolkraft: "Axel Springer zeichnete mit dem alten Haus vor Jahrzehnten eine Anleihe auf die Zukunft. Sie hat sich ausgezahlt, vor dreißig Jahren, als unser Land wieder vereint wurde, ebenso wie heute. Aber mir scheint, auch dieses neue Haus deutet nicht nur die Zeit, in der wir leben. Es will für die Zukunft stehen. Auch dieses Haus will Symbol sein. Symbol für den radikalen Umbau eines Verlages in ein Medienunternehmen, eine Antwort auf die Anforderungen und die Herausforderungen der Digitalisierung."

Hintergrund: Der Axel-Springer-Neubau bietet auf 52.000 Quadratmetern Arbeitsmöglichkeiten für mehr als 3.000 Mitarbeiter und zeichnet sich durch seine offene, transparente Architektur aus. Durch das 45 Meter hohe, lichtdurchflutete Atrium entstehen auf dem Grund des ehemaligen Grenzverlaufs zwei Gebäudeteile, welche visuell stets miteinander konfrontiert sind. Die terrassenförmig konstruierten zehn Stockwerke und 13 Brücken schaffen dazwischen Verbindungen und setzen so Anreize für physische Begegnungen im digitalen Zeitalter.

Die Einzüge in den Axel-Springer-Neubau sind nahezu abgeschlossen, seit dem Frühjahr 2020 arbeiten dort die ersten Units. Zu den Bewohnern gehören unter anderen die Shopping- und Vergleichsplattform idealo, die Redaktion von Welt Print und Welt Digital, Welt Fernsehen, Media Impact sowie verschiedene Zentralbereiche von Axel Springer. Das Gebäude sei trotz der Einschränkungen durch die Coronapandemie im geplanten Zeit- und Budgetrahmen fertiggestellt worden, so Axel Springer.

Die Dokumentation Das neue Gebäude beleuchtet die Entwicklung von der abstrakten Idee zum konkreten Gebäude sowie die übergreifende Vision des Neubaus als Kommunikationslandschaft im digitalen Zeitalter.

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