Klusmann bestätigt Steingart: Netflix plant Serie über Relotius-Skandal beim Spiegel

20.10.2020
 

"Netflix verfilmt Spiegel-Märchen", kündigt Gabor Steingart in der Überschrift seines Morning-Briefing-Newsletters am Dienstag an. Demnach soll es bei dem Streamingdienst ein Doku-Drama über den Spiegel-Fälschungskandal um Claas Relotius geben.

Netflix-Verantwortliche seien bereits zu Gast in der Chefredaktion des Spiegel gewesen, um Details für die geplante Serie zu besprechen, so Media-Pioneer Gründer Gabor Steingart in seinem Morgennewsletter. Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann habe der Morning Briefing-Redaktion die Informationen bestätigt.

Laut Steingart soll die Serie 2022 weltweit auf Sendung gehen. Seine Leser habe der Spiegel über den wenig schmeichelhaften Aufstieg in die Hollywood-Liga vorsichtshalber noch nicht informiert, schreibt Steingart weiter. Jüngst hatten sich der ehemalige Leiter des Spiegel-Hauptstadtbüros und das Nachrichtenmagazin heftig gefetzt (kress.de berichtete).

Hintergrund: Michael "Bully" Herbig plant einen Film über den Fälscherskandal beim Spiegel. Es soll eine Mediensatire werden. Das teilte der FilmFernsehFonds Bayern Anfang Oktober mit, der das Projekt mit 1,05 Millionen Euro fördert. Der Film soll zum Teil in Bayern gedreht werden. Der Kinofilm, eine Produktion der Ufa, basiert auf dem Buch "Tausend Zeilen Lüge. Das System Relotius und der deutsche Journalismus" des "Spiegel"-Reporters Juan Moreno, der seinen Kollegen Claas Relotius der Lüge überführte. Der FFF teilte auch schon mit, wie die Protagonisten in dem Film heißen sollen: Aus Juan Moreno wird demnach Juan Romero, aus Claas Relotius der "Starreporter Lars Bogenius".

Der Spiegel hatte den Skandal Ende 2018 selbst öffentlich gemacht. Dem Magazin zufolge waren seit 2011 rund 60 Texte im Heft und bei "Spiegel Online" erschienen, die Relotius geschrieben hat oder an denen er beteiligt war. Darin hatte er zum Teil Protagonisten und Szenen erfunden. Moreno war ihm bei der Recherche zu einer gemeinsamen Geschichte auf die Schliche gekommen.

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