Wie sich Microsoft-Managerin Magdalena Rogl für eine Frauenquote stark macht

26.11.2020
 

"Ich bezeichne mich als Quotenfrau, weil ich regelmäßig auf Veranstaltungen oder Konferenzen in der Tech- und Digitalszene spreche, bei denen ich die einzige oder eine der wenigen Frauen bin", sagt Magdalena Rogl im aktuellen stern. Warum die Chefin von Microsofts Digitalkanälen oft das Gefühl hat, dass sie es als Frau in der Berufswelt gar nicht richtig machen kann.

Magdalena Rogl (35), Head of Digital Channels und Wertebotschafterin bei Microsoft, ist eine von 40 Frauen, die sich in der aktuellen Ausgabe des stern solidarisch für die Frauenquote ausspricht.

Im Interview mit dem G+J-Magazin sagt Rogl, sie habe im Beruf oft das Gefühl, dass sie es als Frau gar nicht richtig machen könne. "Viele Frauen berichten von spürbaren Nachteilen bei Einstellungen oder Beförderungen, weil sie potentiell schwanger werden könnten." Sie selbst sei schon sehr früh Mutter gewesen, was dann als "Gefahr" aufgrund der Doppelbelastung angesehen worden sei. "Frauen die weiblich auftreten werden als nicht belastbar gesehen, Frauen die selbstbewusst auftreten, werden als unsympathisch bezeichnet", betont Rogl im stern.

Sie fordert: "Wir brauchen gesetzliche Quoten, weil unsere Töchter und Enkeltöchter die gleichen Chancen haben sollen, wie unsere Söhne und Enkelsöhne." Ansonsten würde es noch mehr als 200 Jahren dauern, bis Frauen die gleichen Chancen hätten wie Männer.

Rogl berichtet von einem Vorstellungsgespräch: "Ich wurde gefragt, wer denn Schuld an der Scheidung von meinem ersten Mann gewesen wäre - und bevor ich Worte finden konnte, folgte die nächste Frage: Ob mein neuer Mann denn keine Probleme damit hätte, wenn ich Vollzeit und auch noch in einer Führungsposition arbeiten würde. Das Gespräch führten zwei Männer. Die sich über diese Fragen und mein schockiertes Gesicht amüsierten."

Als Vorbild bezeichnet die Digitalmanagerin ada-Verlegerin Miriam Meckel. Diese setze sich für einen neuen Journalismus und einen ethischen Blick auf Zukunftstechnologien ein.

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