Nun kehrt auch Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp Condé Nast den Rücken

 

Christiane Arp wird Condé Nast nach fast 20 Jahren verlassen. Wie kress.de vom Verlag bestätigt wurde, räumt die Vogue-Chefredakteurin, die zu den prägenden Persönlichkeiten der Medien- und Modebranche zählt, ihren Posten. Was Arp zu ihrem Abschied sagt und wer ihr interimistisch nachfolgt.

In einer persönlichen Stellungnahme, die kress.de vorliegt, nennt Arp "persönliche und private Gründe", die zu ihrer Entscheidung führten.

"Vogue ist eine Liebe fürs Leben. Meine wird niemals aufhören, auch wenn unser gemeinsamer Weg nun zu Ende ist. Ich bin dankbar für so viele inspirierende, kreative Begegnungen - ein Privileg, das ich allzeit schätzen werde. Ein ganz besonderer Dank gilt meinem großartigen Team", schreibt Christiane Arp.

Sie verantwortete die Geschicke der Vogue, die über die Jahre hinweg auch viel Marken-Geschäft neben dem Print-Magazin entwickelt hatte, seit 2003. Die erste von Christiane Arp verantwortete Vogue hatte seinerzeit Heidi Klum auf ihrem Titel. Vor ihrer Zeit bei Condé Nast sammelte die scheidende Chefredakteurin umfangreiche einschlägige Erfahrungen, unter anderem bei der Brigitte, als Leiterin des Mode-Ressorts der Für Sie, als Modechefin der Amica und als Ressortleiterin Mode beim Stern. Wohin es sie nun zieht, wurde noch nicht bekannt.

In München machte zuletzt der Name der Modejournalistin Veronika Heilbrunner, die auf Vogue.de auch schon einmal eine Kolumne schrieb und die in Diensten von Jolie, Freundin und MyTheresa.com stand, als eine mögliche Nachfolgerin die Runde. Condé Nast dementiert diese Spekulation hart. Der Mediendienst Clap hatte zuerst von der Top-Personalie Arp berichtet.

Jessica Peppel-Schulz, CEO von Condé Nast Germany, schreibt in einer internen Stellungnahme zum Weggang der Vogue-Chefredakteurin: "Ich fühle eine große Anerkennung und Respekt für die Entscheidung von Christiane, die fast zwei Jahrzehnte eine Ära bei und mit der Vogue und damit in der deutschen Fashion-Branche geprägt hat", so Peppel-Schulz.

"Vogue ist die Leitinstanz, und mit Christiane geht die herausragende Botschafterin der Marke. Bei Christiane möchte ich mich für ihr großartiges Lebenswerk, ihre Leistung für die Marke Vogue bedanken und wünsche ihr für die Zukunft nur das Allerbeste."

Übergangsweise wird die deutsche Vogue künftig von einem Interim-Team unter Leitung von Stephanie Neureuter, vormals unter anderem Beauty Direktorin der Vogue und der Glamour, gesteuert. Sie führt die Marke gemeinsam mit Andrea Latten, die als Executive Business Director die Geschäftstätigkeiten der Marke verantwortet.

Die Vogue erscheint neunmal im Jahr in Deutschland, im zweiten Quartal 2020 lag die verkaufte Auflage bei gut 77 000 Exemplaren und im dritten bei gut 82 000.

Hintergrund: Bei Condé Nast Deutschland ging zuletzt auch Andrea Ketterer, die langjährige Glamour-Chefredakteurin, von Bord (kress.de berichtete). Nach umfangreichen Umstrukturierungen in der internationalen Zeitschriftengruppe und der Berufung von Natalia Gamero del Castillo (kress.de berichtete) wirft auch die weitere Zukunft der deutschen Führung unter Jessica Peppel-Schulz Fragen auf, die das US-Haus noch nicht beantwortet hat.

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