Auch die Mediengruppe RTL experimentiert im Netz mit Live-Formaten zu Nachrichten

14.12.2020
 

Axel Springer wird bekanntlich für den Bewegtbild-Ausbau von "Bild" und die Einstellung von 70 neuen Mitarbeitern für "Bild Live" über 22 Millionen Euro in 2021 investieren. Auch die Mediengruppe RTL Deutschland (Foto: CEO Bernd Reichart) testet im Netz Live-Formate zu Nachrichten. Eine Lizenz für ein RTL-Livestream-Angebot wird geprüft.

Neben der Nachrichtensender-Webseite ntv.de werden zudem bei rtl.de "bereits seit geraumer Zeit" User auch über eigens produzierte Livestreams bei nachrichtlich relevanten Ereignissen informiert, wie ein Sprecher der Mediengruppe der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Damit will das TV-Unternehmen noch besser, zu jeder Zeit und zusätzlich zu den bekannten nachrichtlichen Angeboten Journalismus auf allen relevanten Kanälen bieten. Auch auf den eigenen Facebook-Seiten werden solche Live-Formate gezeigt.

Als Beispiele zählte die zu Bertelsmann gehörende Mediengruppe Live-Formate zur Corona-Lage, zur Amokfahrt in Trier und zum Tod von Starfriseur Udo Walz auf, berichtet dpa. Darüber hinaus werden auch eigene TV-Sendungen mit Live-Formaten flankiert, etwa die Tanz-Show "Let's Dance".

"Auf Ebene der unabhängigen Landesmedienanstalten als Aufsichtsorgan des privaten Rundfunks wird eine Lizenz für ein RTL-Livestream-Angebot geprüft. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich teilte unlängst als Zwischenschritt mit, dass einer Zulassung des Angebots mit Blick auf eine ausgewogene Meinungsvielfalt im hiesigen privaten Rundfunkmarkt nichts entgegenstehe", heißt es bei dpa.

Hintergrund: Der Medienkonzern Axel Springer investiert schon länger in eine Live-Video-Strategie bei "Bild" und nimmt dafür Millionenbeträge in die Hand. Anfang des Monats machte das Unternehmen bekannt, dass 70 weitere Mitarbeiter dafür eingestellt werden sollen (kress.de berichtete). Den redaktionelle Aufbau von "Bild Live" führt Claus Strunz, der auch in die Chefredaktion der Bild einzieht.

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