Diese 10 Medienhäuser kassieren das meiste Google-Geld

 

kress pro zeigt die 10 größten Profiteure von Googles Digital News Initiative. Wer neben Spiegel, FAZ, Funke und Handelsblatt noch auftaucht.

Nach einer Studie der Otto Brenner Stiftung ("Medienmäzen Google") flossen insgesamt mehr als 200 Millionen Euro in die Förderung des Journalismus in Europa. In Deutschland erhielten 92 Empfänger insgesamt 21,5 Millionen Euro.

Wer genau wie viel Geld bekommen hat, wird von Google und den beteiligten Häusern nicht offengelegt. Anhand der Projekttypen haben die Autoren der Studie Ingo Dachwitz und Alexander Fanta die minimalen und maximalen Fördersummen offengelegt. Teilweise haben die Medienunternehmen die Google-Förderung auch genannt. Wie zum Beispiel der Spiegel, der als Fördersumme für zwei Spiegel Online-Projekten 1,539 Millionen Euro angab. Die WirtschaftsWoche bestätigte 650.000 Euro, die Deutsche Welle 512.500 Euro. DuMont gab 475.000 Euro an, die FAZ 500.000 Euro, der Tagesspiegel 550.000 Euro, Funke 500.000 Euro und dpa 165.00 Euro Google-Geld.

Klar ist jedenfalls nach der Auswertung, dass die großen Medienunternehmen hohe Beträge in Anspruch nehmen konnten. Kleine und mittelständische Häuser sind dagegen die Ausnahme.

Tipp: Die kress pro-Infografik mit den "10 größten Einzelempfängern" können Sie sich auch als PDF am Ende des Beitrags herunterladen.

Google-Geld: Die 10 größten Einzelempfänger (minimale - maximale Fördersumme)

WirtschaftsWoche: 650.000 Euro - 2,30 Millionen Euro - 3 geförderte Projekte

Deutsche Welle: 650.000 Euro - 2,10 Millionen Euro - 4 geförderte Projekt

Handelsblatt: 625.00 Euro - 2,05 Millionen Euro - 3 geförderte Projekte

Spiegel Online: 600.000 Euro - 2,00 Millionen Euro - 2 geförderte Projekte

DuMont Mediengruppe: 600.000 Euro - 2,00 Millionen Euro - 2 geförderte Projekte

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Frankfurter Allgemeine Zeitung: 400.000 - 1,60 Millionen Euro - 3 geförderte Projekte

Tagesspiegel: 350.000 Euro - 1,30 Millionen Euro - 2 geförderte Projekte

Gruner + Jahr: 350.000 Euro - 1,30 Millionen Euro - 2 geförderte Projekte

Funke Mediengruppe: 350.000 Euro - 1,30 Millionen Euro - 2 geförderte Projekte

dpa: 350.000 Euro - 1,30 Millionen Euro - 2 geförderte Projekte

Quelle: Otto Brenner Stiftung "Medienmäzen Google: Wie der Datenkonzern den Journalismus umgarnt" (2020)

Stellungnahme der Deutschen Welle zum kress pro-Artikel:

1. Wir hatten Netzpolitik seinerzeit mehrfach klar und deutlich darauf hingewiesen, dass die DW bei keinem Projekt alleiniger Mittelempfänger war. Über die Fördersummen unserer Projektpartner (z.B. Fraunhofer Institut, diverse europäische Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Start-ups) dürfen wir keine Angaben machen. Bei den Partnern haben die Autoren nie nachgefragt. 

2. Trotz dieser eindeutigen Erklärung wurden der DW volle Fördersummen (etwa für das Projekt "news.bridge") zugerechnet, was nachweislich falsch ist und im Ergebnis dazu führt, dass selbst die als Minimum unterstellte Summe für die vier in der Studie berücksichtigten Projekte deutlich zu hoch liegt und die als Maximum ("mehr als 2 Mio") publizierte Gesamtförderung schon rein rechnerisch nicht den Tatsachen entsprechen kann. 

3. Für die 4 Projekte, die in der Studie erwähnt werden, hat die DW 350k€ direkt erhalten.  

4. Besonders ärgerlich ist aber, dass auch Sie den Begriff "kassiert" benutzen, so als seien das Geschenke gewesen. Wir haben uns mit unseren Ideen im Wettbewerb gegen hunderte andere Medienhäuser in Europa durchgesetzt und für die Förderung Umsetzung der Projekte hart gearbeitet. Das Verhältnis Anträge zu Förderung ist nach unseren Informationen ca. 10:1.

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