Exklusiv: Stühlerücken bei der Süddeutschen Zeitung

 

Das Abfindungsprogramm bei der Süddeutschen Zeitung bringt Bewegung in die Redaktion. So gibt es nach Informationen von kress.de u.a. einen Wechsel in der Spitze des Meinungsressorts. Wer geht, wer kommt, wer aufsteigt - und was Chefredakteur Wolfgang Krach zum Thema betriebsbedingte Kündigungen sagt. 

Detlef Esslinger wird zum 1. Februar neuer Chef des Meinungsressorts bei der "Süddeutschen Zeitung". Das bestätigte "SZ"-Chefredakteur Wolfgang Krach kress.de auf Anfrage. Bereits Anfang des Jahres hatte es einige Wechsel in Spitzenpositionen bei der größten deutschen Tageszeitung (verkaufte Auflage 306.553 IVW III/2020) gegeben. 

Esslinger gehört quasi zum Inventar der SZ. Er war unter anderem Korrespondent in Frankfurt am Main und hatte das Medienressort geleitet. Bis Ende vergangenen Jahres hatte der 56-Jährige kommissarisch die inzwischen mit der Außenpolitik zum Politik-Ressort verschmolzene Innenpolitik geführt. 

Esslinger folgt auf Stefan Ulrich, der das Meinungsressort mit aufgebaut und es in der Nachfolge von Heribert Prantl seit 2019 geführt hatte. Ulrich (57) hatte das Aussteigerangebot angenommen, das die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) der "SZ" im Herbst 2020 aufgenötigt hatte und möchte nun vor allem auf seine Tätigkeit als Buchautor konzentrieren.

Nach den Vorstellungen der SWMH-Spitze und der SZ-Geschäftsführung sollten bis zu 50 Redakteure das Haus verlassen. Wie Chefredakteur Krach kress.de sagte, hätten weniger als 50 Kolleginnen und Kollegen das Abfindungsangebot angenommen. "Wir sind aber zuversichtlich, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt", so Krach.

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Die nunmehr vereinigte Politikredaktion leitet seit 1. Januar Stefan Kornelius. Er hat in der bisherigen Brüssel-Korrespondentin Karolina Meta Beisel und in Gökalp Babayiğit, zuvor stellvertretender Newsdesk-Chef, zwei Stellvertreter zur Seite gestellt bekommen. Nachfolgerin von Babayiğit als stellvertretende News-Desk-Chefin wurde Leila Al-Serori. Die Österreicherin, die es zuvor beim "Kurier" bis zur Politikchefin des Online-Ressorts gebracht hatte, kommt aus der Online-Redaktion.

Als Co-Chef kehrte Ralf Wiegand in das Investigativ-Ressort zurück. Davor hatte er in Hamburg als Korrespondent für Norddeutschland gewirkt. Leiter der "SZ"-Investigation ist weiterhin Bastian Obermayer. Im Sportressort hat der Vize Claudio Catuogno den langjährigen Chef Klaus Hoeltzenbein beerbt, der ebenfalls das Abfindungsangebot angenommen und sich demnächst in den Vorruhestand verabschiedet wird. 

Das Ressort Reise-Mobilität-Sonderthemen wird nunmehr von Jochem Temsch geführt, zuvor zweiter Mann hinter Peter Fahrenholz. Fahrenholz, früher stellvertretender Innenpolitik-Chef,  werde wieder regelmäßig über Politik-Themen schreiben, sagte Chefredakteur Krach. Zur Volontärs-Beauftragten wurden Karin Kampwerth (stellvertretende Ressortleiterin München, Region und Bayern) und Iris Spiegelberger (Redakteurin im CvD-Büro) ernannt. Sie folgen auf Detlef Esslinger, der das Amt abgegeben hat. 

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