Clubhouse: Macher kündigen Android-App an - Regierungssprecher Steffen Seibert äußert sich

26.01.2021
 

Paul Davison und Rohan Seth, die Gründer von Clubhouse, wollen die Nutzerschaft für die gleichnamige Audio-App erweitern. Künftig soll Clubhouse nicht nur auf iPhones laufen, sondern auch auf Android-Smartphones. In Deutschland hat sich indes Regierungssprecher Steffen Seibert zu Clubhouse und zur Ramelow-Plauderei geäußert.

Die Audio-App Clubhouse wird bisher nur für iPhone-Nutzer angeboten, kommt aber bereits auf mehr als zwei Millionen aktive Anwender. Mit frischem Geld aus einer Finanzierungsrunde sollen nun auch Android-User angesprochen werden. Dies haben die beiden Firmengründer Paul Davison und Rohan Seth in einem Blog-Eintrag angekündigt.

Davison und Seth schreiben dort, mit Clubhouse hätten sie auf das Bedürfnis der Menschen reagiert, sich zu treffen. "Und es hat sich in den letzten zehn Monaten schnell entwickelt - von einer kleinen Hand voll Beta-Tester zu einem vielfältigen Netzwerk von Communities." In der vergangenen Woche hätten "zwei Millionen Menschen auf der ganzen Welt Clubhouse besucht, um sich auszutauschen, zu lernen, zu lachen, unterhalten zu werden, sich zu treffen und zu vernetzen". "Es ist die aufregendste Sache, an der wir je teilgenommen haben."

Mit 2 Millionen aktiven Anwendern ist Clubhouse deutlich kleiner als Twitter mit rund 330 Millionen aktiven Nutzern. Clubhouse hat aber von Anfang an darauf gesetzt, Promis wie Oprah Winfrey, Chris Rock, Drake, Virgil Abloh und Paris Hilton für das Netzwerk zu gewinnen.

Durch die neue Finanzierungsrunde wird Clubhouse zu einem "Unicorn", also zu einem Unternehmen, das mit einer Milliarde Dollar oder mehr bewertet wird.

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In Deutschland hat sich Regierungssprecher Steffen Seibert zu Clubhouse geäußert. Anlass ist der Wirbel um den Auftritt von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) auf Clubhouse (kress.de berichtete). "Das steht für sich und bedarf keines weiteren Kommentars", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert laut dpa am Montag in Berlin. Ramelow hatte in einer Talkrunde der App erzählt, dass er bei den stundenlangen Bund-Länder-Treffen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie bisweilen auf dem Smartphone Candy Crush spiele. Zudem soll er Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dort als "Merkelchen" bezeichnet haben, wofür er sich inzwischen entschuldigt habe.

Seibert sagte in der Bundespressekonferenz zu Clubhouse, wahrscheinlich würden viele Politiker, Journalisten und an der öffentlichen Kommunikation Beteiligte die App gerade ausprobieren. "Es gibt erste Erfahrungen, ich habe persönlich keine."

Der Ramelow-Vorfall auf Clubhouse hat eine Mediendebatte ausgelöst. Dabei geht es auch um die Frage, ob es richtig und rechtens war, dass WamS-Chefredakteur Johannes Boie den Politiker Ramelow zitiert hat.

Hintergrund: Clubhouse ist eine Audio-App, bei der die Anwender Gesprächen wie bei einem Live-Podcast zuhören oder sich aktiv an Diskussionen beteiligen können. Im Gegensatz zu Netzwerken wie Twitter kann man Beiträge nicht schriftlich kommentieren oder Likes vergeben.

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