Neustart: Politik- und Wirtschafts-Chefs des stern bekommen frische Aufgaben

04.02.2021
 

Beim stern ist mächtig Bewegung. Grund ist das neue gemeinsame Hauptstadtbüro von stern, Capital und Business Punk. Helen Bömelburg und Stefan Schmitz, die bisher in einer Doppelspitze das stern-Ressort Politik und Wirtschaft leiten, bekommen frische Führungsaufgaben. Mehr zu dem Großumbau bei den G+J-Marken.

Helen Bömelburg und Stefan Schmitz, die bisherige Doppelspitze des Politik-und Wirtschaftsressorts beim stern, treten zum 1. März ihre neuen Führungsjobs an:

Stefan Schmitz (56) wechselt als stellvertretender Chefredakteur in das neue Hauptstadtbüro von stern, Capital und Business Punk, das von Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar geleitet wird - und um das es so viel Aufregung gibt (kress.de berichtete).

In seiner neuen Funktion soll Stefan Schmitz als Vize zusammen mit dem bisherigen Stellvertreter Timo Pache ein wichtiges Bindeglied zwischen der Hauptstadtredaktion und der stern-Redaktion in Hamburg bilden. Schmitz kam 1999 als Reporter zum stern, war später als Autor und Textchef für das Magazin tätig. Seit April 2018 leitet er das Politik- und Wirtschaftsressort, seit 2019 gemeinsam mit Helen Bömelburg.

Helen Bömelburg (44) übernimmt die Leitung des Newsteams von stern Digital und koordiniert dort die Berichterstattung für die Bereiche Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie fing 2008 im Wissenschafts-Ressort des stern an, schrieb dann als Reporterin für mehrere Ressorts. Bömelburg leitete das Gesellschaftsressort und verantwortete bis 2019 als Redaktionsleiterin das Eltern-Magazin Nido.

Tipp: Das Wichtigste aus den Medien - einmal am Tag: Jetzt den kressexpress bestellen.

Horst von Buttlar, Leiter des Hauptstadtbüros von stern, Capital und Business Punk, erklärt: "Ich freue mich, mit Stefan Schmitz einen starken und erfahrenen Journalisten an meiner Seite zu haben, der außerdem tief in der stern-Redaktion verwurzelt ist. Gemeinsam mit ihm und meinem bisherigen Stellvertreter Timo Pache wird etwas Neues entstehen". Von Buttlar betont: "Wir wollen hier etwas aufbauen, eine starke Hauptstadtredaktion für unsere Marken."

Auch Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless, die Chefredakteure des stern, ordnen den Personalwechsel ein: "Helen Bömelburg  und Stefan Schmitz sind seit Jahren ein erfolgreiches Team - bisher in Hamburg für unser Magazin und nun aus Berlin und Hamburg im Zusammenspiel von Print und Digital. Sie stehen für all das, was den stern auszeichnet: Qualität, Kompetenz, Know-how, gerade in dem Bereich, der für unsere Marke zentral ist: Der Berichterstattung über das politische und wirtschaftliche Geschehen auf all unseren Kanälen." Gretemeier und Gless weiter: "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den beiden und mit dem neuen Hauptstadtbüro und Horst im Wahljahr 2021 - der perfekte Zeitpunkt."

Hintergrund: Die gesamte Berichterstattung über die deutsche Politik und die Wirtschaft in stern, Capital und Business Punk kommt in Zukunft aus dem gemeinsamen Hauptstadtbüro, in dem Redakteure und Reporter von Capital und aus dem bisherigen Berliner stern-Büro arbeiten werden. Die Redakteure im Ressort Politik und Wirtschaft in Hamburg sollen "zum Großteil andere Aufgaben beim stern übernehmen", heißt es bei Gruner + Jahr. Das Großprojekt soll für Streit innerhalb der stern-Redaktion sorgen. Die Süddeutsche Zeitung berichtete von "heftigen Turbulenzen".

"Ein stern ohne Politik am Konferenztisch ist ein sterbender Stern", wird der langjährige Kolumnist Hans-Ulrich Jörges, der viele Jahre Mitglied der stern-Chefredaktion war, zitiert. stern-Chefredakteur Gless widerspricht dieser Befürchtung in der SZ: "Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass der stern nicht mehr politisch ist. Es mache Sinn, die Politik in Berlin anzusiedeln, so Gless. Auch dass der Capital-Chef von Buttlar künftig die politischen Inhalte bestimmen soll, weist Gless zurück. "Über das, was im stern berichtet wird, entscheiden einzig und allein Anna-Beeke Gretemeier und ich." Gretemeier und Gless bilden eine Doppelspitze beim stern.

In einer der Redaktionsversammlungen hat sich nach SZ-Informationen der stern-Reporter Hans-Martin Tillack zu Wort gemeldet. Tillack ist im Berliner Büro des stern verantwortlich für investigative Recherche. "Man habe ihm Altersteilzeit angeboten, so habe er es geschildert, aber unter der Bedingung, dass er nicht mehr über Politik und Wirtschaft schreibe. Einen Investigativ-Spezialisten dieses Kalibers von Politik- und Wirtschaftsthemen abziehen zu wollen, wäre ungefähr so, als würde der FC Bayern seinen Torjäger Robert Lewandowski zum Platzwart degradieren", heißt es im SZ-Bericht. Florian Gless habe sich zu solchen Einzelfällen nicht äußern wollen und auf die anstehenden Gespräche mit den Betroffenen verwiesen. Der stern-Chefredakteur gibt sich aber kämpferisch: "Für uns ist das nicht leicht, aber wir stehen zu dieser Entscheidung. Da wachse etwas Neues, "das wird ein Team."

Sie möchten exklusive Medienstorys, Jobkolumnen und aktuelle Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.