Ranking: Die Frauenmachtanteile bei deutschen Leitmedien 2021

10.02.2021
 

Der gemeinnützige Verein ProQuote Medien hat wieder die Frauenanteile in journalistischen Führungspositionen bei Bild, Spiegel, Focus, Stern, Zeit, Süddeutsche Zeitung, FAZ, Welt verglichen und gezählt. Seit Januar 2021 ist auch die taz im Panel dabei - und setzt sich sofort an die Spitze.

Die taz wird seit 2020 von einer weiblichen Doppelspitze geführt. Ulrike Winkelmann und Barbara Junge haben Georg Löwisch abgelöst, der zur Zeit Verlagsgruppe gewechselt ist. Stellvertretende Chefredakteurin ist Katrin Gottschalk.

Im Ranking von ProQuote-Medien lässt die taz mit einem Frauenmachtanteil von 56,4 Prozent sogar den bisherigen Spitzenreiter Stern hinter sich. Auch dieser bleibt in Sachen redaktioneller Machtverteilung zwischen Frauen und Männern vorbildlich: Zum vierten Mal in Folge liegt der Stern oberhalb der 50-Prozent-Marke, sein aktueller Wert beträgt 51,1 Prozent. Auf Platz drei kommt der Spiegel. Der Frauenmachtanteil beim Hamburger Nachrichtenmagazin liegt unverändert bei 40 Prozent.

Die Führungsetagen von FAZ, Bild, Welt und Focus bleiben hingegen ausgeprägte Männerdomänen. Schlusslicht Focus konnte sich immerhin um 2,2 Prozentpunkte verbessern und erreicht nun 17,4 Prozent. Für Bild ging es um fast drei Prozentpunkte zurück. 

ProQuote Medien-Vorsitzende Edith Heitkämper kommentiert: "Um Frauen angemessen an der Redaktionsverantwortung zu beteiligen, braucht es keine Raketenwissenschaft. Das stellen die taz"und der Stern eindrücklich unter Beweis. Nun sollten sich endlich auch Blätter wie Bild, Welt und Focus in Richtung Gleichstellung bewegen. Es gibt keine Ausrede."

Die Zahlen im Einzelnen: Rangfolge Januar 2021

1. taz 56,4%

2. Stern 51,1%

3. Spiegel 40,0%

4. Zeit 38,0%

5. SZ 34,3%

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6. Bild 22,1%

7. FAZ 22,0%

8. Welt 21,3%

9. Focus 17,4%

Hintergrund: Ab sofort erscheinen die halbjährlichen Zählungen der Frauenmachtanteile auf www.pro-quote.de in einem neuen Layout: auf der "ProQuote-Kletterwand"."Die Wand zeigt mit einem Blick, welche Medien kraftvoll nach oben klettern und die Konkurrenz hinter sich lassen," so ProQuote Medien Vorsitzende Edith Heitkämper: "Nur zwei erreichen allerdings mit der 50 Prozent-Marke die von uns geforderte weibliche Gleichberechtigung bei Führungspositionen. Andere Leitmedien hängen dagegen weiterhin im niedrigen Bereich herum und schaffen es nicht über ein paar Prozent hinaus. Für sie sollte die Wand ein sportlicher Anreiz sein, sich mal ein bisschen höher zu wagen und mehr Frauen in Führung zu bringen."

Die ProQuote Kletterwand löst das bisherige Kamele- und Straußenrennen ab. Entwickelt wurde das neue Design von der Hamburger Agentur loved in Zusammenarbeit mit ProQuote Medien. Eine Neuerung gibt es auch bei der Zählung: Erstmals seit 2012 hat ProQuote Medien das Panel der gezählten Leitmedien erweitert. Nun klettert auch die "tageszeitung", kurz "taz", mit der Konkurrenz um die Wette.

Die Zählungen erfolgen auf Grundlage der Print- und Online-Impressen, wobei nach Hierarchie-Ebenen gewichtet wird: Je höher die Position, desto größer die Machtfülle. ProQuote Medien fordert, die Hälfte der journalistischen Spitzenpositionen weiblich zu besetzen.

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