Über 20.000 Abrufe pro Folge: Warum der Nachrichten-Podcast der SZ so erfolgreich ist

 

"Ich muss zugeben, anfangs war ich etwas skeptisch", sagt Laura Terberl, Teamleiterin Podcast bei der Süddeutschen Zeitung Digitale Medien, im kress pro-Podcasts-Dossier. Heute ist Terberl glücklich, dass es "Auf den Punkt" gibt. Mit welcher Taktik Terberl bei dem Nachrichten-Podcast der SZ weit über 20.000 Abrufe pro Folge schafft.

Zeitungen, Zeitschriften und News-Portale beherrschen das Geschäft mit der Information quasi von Natur aus. Deshalb zählen sie zu den wichtigsten Publishern von Nachrichten-Podcasts, doch die unterscheiden sich stark in ihrer Machart. Während sich viele darauf beschränken, Neuigkeiten einmal oder mehrmals pro Tag wie im Radio als Nachrichten vorzulesen, hat die "Süddeutsche Zeitung" mit ihrem Angebot "Auf den Punkt" einen anderen Ansatz gewählt. Der Podcast, der montags bis freitags jeweils um 17 Uhr erscheint, stellt die Experten der "SZ" in den Mittelpunkt und lässt sie in jeder Ausgabe über ein Schwerpunktthema berichten. Dann redet etwa der US-Korrespondent mit dem Moderator über den beginnenden Wahlkampf oder es äußert sich der Landeskorrespondent zum Corona-Test-Chaos in Bayern. Ergänzt wird das Schwerpunktthema durch einen kurzen Nachrichtenblock. Nach rund zehn Minuten ist eine Folge zu Ende.

Mit diesem Konzept bietet die "Süddeutsche" einen Mehrwert und kann eine große Zahl von Hörern binden, die bereit sind, den Podcast regelmäßig zu nutzen. "Viele Hörerinnen und Hörer sagen uns, dass sie wirklich jede Folge hören - egal um welches Thema es geht", berichtet Laura Terberl, Teamleiterin Podcast bei der Süddeutschen Zeitung Digitale Medien. Den Werbepartnern garantiert die "SZ" 20.000 Downloads pro Folge, häufig liegen die Abrufzahlen aber nach eigenen Angaben weit darüber.

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Zur habitualisierten Nutzung tragen mehrere Faktoren bei. So schätzen die Hörer die lockere Ansprache, die Expertenmeinungen und die Länge, wie Terberl hervorhebt. Zudem hat sich das Medienhaus so Zugang zu einer strategisch wichtigen Zielgruppe gesichert: Der Großteil der "Auf den Punkt"-Hörer ist jünger als 35 Jahre. Und laut Terberl werden es ständig mehr. Produziert wird das Angebot vom "SZ"-eigenen Podcast-Team, das die Themen und ihre Umsetzung in einer gemeinsamen Frühkonferenz festlegt. Neben den Hauptmoderatoren Lars Langenau und Jean-Marie Magro setzen sich auch Vinzent Leitgeb oder Terberl selbst hinters Mikro. O-Töne beziehen die Macher von dpa, die Aufnahme erfolgt im eigenen Audiostudio. "So sind die Absprachen mit den Kollegen aus den Fachressorts einfacher", sagt Terberl. Sie profitiert dabei von der vorhandenen Audio-Infrastruktur.

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Die "SZ" verfügt seit Längerem über ein eigenes Studio und ein Audio-Team, das auch für "Auf den Punkt" arbeitet. Fast alle Mitarbeiter bringen Radio- und Audioerfahrung mit und werden von zwei Producern unterstützt. Interessant: Die Idee zu dem Podcast hatte vor gut zwei Jahren die damalige Chefredaktion. "Ich muss zugeben: anfangs war ich etwas skeptisch", blickt Terberl zurück. Damals waren sie mit ihrem Podcast-Team damit befasst, die internen Abläufe für den wöchentlichen "SZ"-Podcast zu verbessern. Da schien ein weiteres Angebot einfach nur mehr Arbeit zu sein. Heute ist Terberl aber glücklich, dass es "Auf den Punkt" gibt. Trotzdem muss sie weiterhin das Ohr an der Zielgruppe haben. Terberl: "Die wichtigste Frage, die wir uns regelmäßig stellen, ist, wie viel Vorwissen wir voraussetzen können. Wie schaffen wir es, dass sich niemand langweilt und trotzdem alle mitkommen? Im Zweifelsfall entscheiden wir uns immer für die Wiederholung."

Werbung für "Auf den Punkt" machen die Macher über ...

Sie möchten weiterlesen? Die Erfolgsgeschichte des SZ-Nachrichtenpodcast ist im kress pro-Dossier "Podcasts 2 - Strategien für Inhalte und Vermarktung" erschienen. Medienprofis können sich auch beim Interviewformat der Main-Post, der Doku-Reihe von Funke zum Loveparade-Unglück und den Kriminalfällen des General-Anzeigers aus der Region etwas abgucken.

Zudem zeigt Gudio Schneider im kress pro-Dossier sechs Möglichkeiten, um die Podcast-Erlösquelle zum Sprudeln zu bringen - und beschreibt, warum die richtige Distributionsstrategie für Podcast-Macher entscheidend ist. Das "Podcasts 2"-Dossier von kress pro können Sie in unserem Shop kaufen.

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kress pro erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteur ist Markus Wiegand.

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