Der Case der Woche: Wie Nico Lumma und Meinolf Ellers Medien helfen, mit Start-ups ins Geschäft zu kommen

 

Seit fünf Jahren investiert der Next Media Accelerator (NMA) in Start-ups, die für die Medienbranche interessant sind. Im Interview mit kress pro sagen die Managing Partner Nico Lumma und Meinolf Ellers, welche neuen Geschäftsideen am besten funktionieren und wie etablierte Medienunternehmen von der Zusammenarbeit mit Gründern profitieren können.

kress pro: Herr Lumma, Herr Ellers, seit dem Start des Next Media Accelerators vor gut fünf Jahren haben Sie mehr als 70 Gründerteams durch Ihr Programm geschleust. Wie viele davon sind zu einem erfolgreichen Unternehmen geworden oder auf dem Weg dorthin ein gutes Stück weitergekommen?

Nico Lumma: Man muss sich von der Vorstellung lösen, dass Startups überwiegend erfolgreich sind, das Gegenteil ist der Fall: neun von zehn gehen pleite. Unsere Bilanz ist besser: Etwa ein Viertel unserer Start-ups bekommt sofort im Anschluss an das sechsmonatige Programm eine Folgefinanzierung, andere zu einem späteren Zeitpunkt. Für uns ist es aber auch an sich schon ein Erfolg, wenn die Corporates, also unsere Investoren und Partner, Innovationsimpulse von den Start-ups bekommen. Selbst wenn sich in der Zusammenarbeit eine Hypothese zu einem Thema als falsch herausstellt und ein Start-up nicht durchstarten kann, ist man gemeinsam einen Schritt weitergekommen.

kress pro: Welche Geschäftsmodelle oder -ideen haben sich als besonders erfolgversprechend, welche als weniger erfolgversprechend erwiesen?

Lumma: Es ist ganz schwer, einen Königsweg zu identifizieren. Was man sagen kann, ist, dass das Team entscheidend ist. Im Idealfall sind das drei Leute, die sich mit ihren Kompetenzen ergänzen: Eine Person kümmert sich um die Technik, eine um den Vertrieb und eine um das Produkt. Prinzipiell investieren wir lieber in Start-ups, die einen reinen B2B-Case haben und etwa eine Software-as-a-Service-Lösung bauen, die von mehreren Publishern genutzt werden kann. Es fällt uns viel leichter, mit Verlagen und Agenturen ins Gespräch zu kommen, als ein Start-up erfolgreich zu machen, das sich direkt an Konsumenten wendet. Wir haben viele Gründer, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten und gute Trainingsdaten brauchen. Je mehr Daten sie haben und je besser diese Daten sind, desto besser wird ihr Produkt.

kress pro: Heißt das, dass Sie Medien-Startups, die sich direkt an Konsumenten wenden, generell weniger Chancen einräumen?

Meinolf Ellers: Wir sehen, dass es solchen Medien-Start-ups selbst im großen angelsächsischen Sprachraum schwerfällt, eine ausreichende Größe und Wertschöpfung zu erreichen, um tragfähige Geschäftsmodelle zu etablieren. Viele derjenigen, die vor zehn oder 15 Jahren für Furore gesorgt haben, sind durch Venture-Capital-Geld, die Wall Street oder durch rein werbefinanzierte Modelle ins Fliegen gekommen und stecken mittlerweile in Schwierigkeiten. In einem begrenzten Sprachraum wie dem deutschen ist es noch schwieriger, Stand-alone-Medienmodelle im Markt zu etablieren.

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kress pro: Unter Ihren Start-ups sind nur wenige journalistische. Warum eigentlich? Gerade journalistische Gründungen brauchen doch Hilfe und Förderung.

Lumma: Wir gucken uns immer wieder auch Start-ups an, die etwas mit Inhalten machen. Ein Beispiel ist The Distriqt, eine Videoplattform für weibliche Millennials. Diese Zielgruppe ist unterversorgt, und der Distributionsweg ist total naheliegend: IGTV. Wir sehen aber zu wenige journalistische Angebote, die zu uns passen, weil sie in der Regel auf einen regionalen Markt begrenzt sind. Wir setzen hingegen auf Geschäftsmodelle, die skalieren können, weil sie Technologie als Kern haben.

kress pro: Sie sind mit der Hypothese gestartet, dass Start-ups und etablierte Medienunternehmen zum gegenseitigen Nutzen zusammenarbeiten können. Hat sich das bewahrheitet?

Lumma: Verlage können sich über Start-ups Innovationen ins Haus holen und von deren Schnelligkeit und Wendigkeit lernen. Gleichzeitig erfahren Start-ups mehr über den Markt, selbst wenn sie scheitern. Uns als Next Media Accelerator ärgert ein Misserfolg maßlos, weil wir Geld verloren haben, aber wir wissen, dass ein Prozess durchlaufen wurde, von dem beide Seiten profitiert haben.

Haben Sie Beispiele für eine für beide Seiten nützliche Zusammenarbeit? Die meisten Start-ups, die Ihr Programm durchlaufen haben oder noch durchlaufen, werden dennoch wahrscheinlich am Ende scheitern. Was sind typische Gründe dafür? Sie haben das Verfahren des Easy Testing entwickelt: Wie oft mündet das in einer richtigen Kundenbeziehung? Wie lange bleibt der Next Media Accelerator selbst üblicherweise an einem Start-up beteiligt? Welche Eigenschaften sollte ein Medienunternehmen mitbringen, um mit Start-ups produktiv zusammenarbeiten zu können? Wie können Medienunternehmen über die unmittelbare Zusammenarbeit mit Start-ups in Easy-Testing-Projekten hinaus von einem Engagement beim NMA profitieren?

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