Geschäftsführer Christoph Palmer kündigt Rückzug von der Produzentenallianz an

 

Die Allianz Deutscher Produzenten - Film und Fernsehen muss sich nach einem neuen Chef-Strippenzieher umsehen: Geschäftsführer Christoph Palmer will aussteigen.

Christoph Palmer wird seine Tätigkeit bei dem Lobbyverband zum 31. März nächsten Jahres aufgeben. Mit dem früheren CDU-Politiker verliert die Produzentenallianz eine wichtige Stimme im politischen Berlin, wo der Verband auch sitzt. Palmer, ein promovierter Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, war selbst nie Fernseh- oder Filmunternehmer, aber als Medienpolitiker immer sehr nahe an den Themen der Branche.

Als er 2008 den Vorsitz der Geschäftsführer der zuvor aus vier Verbänden neu geschaffenen Produzentenallianz antrat, galt er als Idealbesetzung, da Palmer sowohl politisch gut vernetzt als auch in der Film- und Fernsehwirtschaft angesehen ist. Als Staatsminister im Kabinett von Ministerpräsident Erwin Teufel steuerte er von 1998 bis 2004 die Medienpolitik im Ländle und konnte dabei etliche Standorterfolge erzielen. Nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik-Karriere war er seit 2005 als Unternehmensberater tätig.

"Im kommenden Jahr werde ich 60 Jahre alt. Die Zeit bei der Produzentenallianz war eine wunderbare und prägende, die mir viel Freude bereitet hat, aber dann kommt ein neuer Lebensabschnitt, den es zu gestalten gilt", sagt Christoph Palmer zu seinem angekündigten Abschied. "Im verbleibenden Jahr werde ich die Aufgaben des Geschäftsführers weiterhin voll engagiert wahrnehmen."

Er hatte zuletzt die deutschen Film- und TV-Produzenten durch schwere See mitgesteuert. Gegen die Corona-bedingten Ausfälle hatte der Verband wichtige Senderschutzschirme und Ausfallfonds mit der Politik aushandeln können. Durch den langen vertragsbedingten Vorlauf der Kündigungsfrist habe die Produzentenallianz nun die Chance, einen "strukturierten Nachfolgeprozess" einzuleiten, wie es in Berlin heißt.

Hintergrund: Die Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen steht als unabhängige Interessensvertretung für fast 300 Mitglieder der wichtigsten deutschen Produktionsunternehmen.

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