Immer wieder neu erfinden: Warum RTL-Chef Henning Tewes Show-Klassiker ohne Dieter Bohlen plant

 

Neuer Chef, neuer Stil? Die Entscheidung, Dieter Bohlen als wichtigstes Show-Gesicht abzuösen, dürfte eine der ersten weitreichenden Weichenstellungen von RTL-Geschäftsführer Henning Tewes gewesen sein. Bei "DSDS" und beim "Supertalent" soll es ohne den langjährigen Quotengaranten weitergehen.

Beim Staffel-Finale von "DSDS" am 3. April wird Dieter Bohlen zum letzten Mal in der RTL-Show zu sehen sein, die er seit dem Start im Jahr 2002 maßgeblich geprägt und auch aufgrund seines flapsigen, gerne auch mal verletzend-herabwürdigenden Sprachstils in den Schlagzeilen hielt. Wie Bohlens Heimatsender RTL überraschend bekannt gab, soll es auch bei der zweiten großen Bohlen-Show, dem "Supertalent", künftig ohne das bisherige Sendergesicht weitergehen.

"Europas erfolgreichste Talent-Show 'Deutschland sucht den Superstar' erfindet sich neu", hieß es dazu in Köln. "Ab der kommenden Staffel (Ausstrahlung 2022) wird DSDS seine Fans erstmals nach fast 20 Jahren mit einer komplett neu besetzten Jury begeistern. Dieter Bohlen übergibt das Kommando am Jurypult nach der aktuellen Staffel an starke Nachfolger, die rechtzeitig zur kommenden Staffel bekanntgegeben werden."

Wer die Nachfolger werden sollen und wie RTL den Showklassiker "DSDS" neu erfinden möchte, steht noch nicht fest. Auch Dieter Bohlen selbst, von dem eine Stellungnahme in der RTL-Pressemitteilung zu seinem Ausscheiden komplett fehlt, hat sich bislang nicht zu seinem Aus geäußert.

Die in Sachen Dieter Bohlen sonst oft sehr eng eingebundene und gut informierte "Bild"-Zeitung will von einem unfreiwilligen Abgang erfahren haben. "Das kommt einem Rauswurf gleich. Sein Vertrag lief zwar aus. Aber der wurde jedes Jahr aufs Neue verlängert. Das war Usus. Jetzt wollte Bohlen auch weitermachen. Aber man wollte ihn eben nicht mehr", zitiert die Zeitung einen ungenannten RTL-Mitarbeiter.

Henning Tewes, der erst seit 1. März neuer Geschäftsführer von RTL Television und Co-Geschäftsleiter von TVNOW ist (kress.de berichtete), lässt klar erkennen, dass er bei RTL weiter mit "DSDS" planen möchte - aber eben ohne Bohlen. "DSDS ist eine unglaublich starke Entertainment-Marke, weltweit in fast 60 Ländern gelaufen, mit am längsten davon bei uns in Deutschland. Grund dafür sind neben der Expertise und Akribie unserer Programmmacher auch ihr ausgeprägter Wille, die Show immer wieder neu zu erfinden", lässt sich Henning Tewes zitieren.

"Mit einer komplett neuen Jury wird DSDS frische Impulse setzen, um musikalische Talente und Millionen Zuschauer neu zu inspirieren und zu begeistern. Gleichzeitig möchte auch ich mich herzlich bei Dieter Bohlen und allen Juroren für ihren Einsatz bedanken", sagt Tewes.

"Nach fast zwei Jahrzehnten gemeinsamer Erfolge ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Veränderung und Weiterentwicklung", heißt es von RTL-Unterhaltungschef Kai Sturm.

Hintergrund. Unklar ist, ob RTL Dieter Bohlen möglicherweise bei anderen Formaten - auch möglichen Neuentwicklungen - einsetzen wird. Die Nachrichtenagentur dpa zitiert den Sender dazu mit dem knappen Statement: "Für gute neue Programmideen sind wir jederzeit offen." DSDS erreichte am vergangenen Samstag 3,05 Mio Gesamtzuschauer. In Spitzenzeiten übersprang die 12-Mio-Marke - etwa mit 12,8 Mio Gesamtzuschauern im Mittelwert der ersten Staffel - und wurde zwischenzeitlich sogar "Wetten, dass..?", damals noch mit Thomas Gottschalk, zur Konkurrenz.

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