Stehen die ARD-Telenovelas Sturm der Liebe und Rote Rosen vor dem Ende?

12.03.2021
 

Für eine Produktion der beiden Telenovelas "Sturm der Liebe" und "Rote Rosen" des Ersten über 2022 hinaus fehlt offenbar das Geld. Dies berichtet Kai-Hinrich Renner in seiner "Medienmacher"-Kolumne in der Berliner Zeitung.

Die ARD hat jüngst bei der Münchner Bavaria zwei weitere Staffeln der Telenovela "Sturm der Liebe" und bei der Lüneburger Studio-Hamburg-Tochter Serienwerft ebenfalls zwei weitere Staffeln des ähnlich gestrickten Mehrteilers "Rote Rosen" bestellt. Die Produktion der täglich ausgestrahlten Serien ist ein lukrativer Großauftrag. Doch die Freude der beiden Produktionsfirmen sei getrübt worden, schreibt Kai-Hinrich Renner in seiner Kolumne "Medienmacher" in der Berliner Zeitung. "Denn die für den Einkauf von Eigenproduktionen zuständige ARD-Tochter Degeto ließ sie wissen, dass der nun erteilte Auftrag der letzte dieser Art sein könne. Entschieden sei zwar noch nichts, aber man müsse den zwei Gesellschaften mitteilen, dass beide Serien Ende 2022 auslaufen könnten."

Die Entscheidung über Zukunft der Telenovelas soll laut Renner im Sommer fallen. Dabei stünden die ARD-Granden vor einem Dilemma: Einerseits hätten "Sturm der Liebe" und "Rote Rosen" ein sehr treues Publikum. Die Quoten beider Serien seien zwar schon mal besser gewesen, könnten sich aber immer noch sehen lassen. Und sie funktionierten auch im Netz. Das gelte vor allem für "Sturm der Liebe". Die Soap ist das erfolgreichste Streaming-Format des deutschen Fernsehens.

Andererseits verursachten die fiktionalen Produktionen hohen Kosten. "Insbesondere für ein Programm, das tagsüber läuft, wenn nur wenige Menschen vor dem Fernseher sitzen, lassen sich diese Ausgaben nur schwer rechtfertigen", so Renner in seiner Kolumne.

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Auch wegen der ausgebliebenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags dürfte die Produktion der Soaps nach Renners Informationen nicht mehr darstellbar sein: Für den nicht unwahrscheinlichen Fall, dass das Bundesverfassungsgericht der Klage der Öffentlich-Rechtlichen stattgebe und der Beitrag doch noch erhöht werden sollte, hielten manche in der ARD das Ende der beiden Formate für unvermeidlich. "Sie verweisen darauf, dass bereits Berechnungen auf Basis der ursprünglich vorgesehenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf 18,36 Euro monatlich ergeben hätten, dass für weitere Staffeln der zwei Serien über 2022 kein Geld mehr da sei." So sei der Etat der Degeto für die Beitragsperiode 2021 bis 2024 deutlich gekürzt worden, was dramatische Folgen habe. "Da reicht es nicht, mit dem Rasenmäher zu kürzen", zitiert Renner einen "ranghohen ARD-Mann".

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