Umsatz von Gruner + Jahr sinkt - Rabe äußert sich zur engeren Zusammenarbeit von G+J und RTL

31.03.2021
 

Die Umsatzerlöse des Hamburger Verlags Gruner + Jahr lagen 2020 bei rund 1,14 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von gut 16 Prozent zum Vorjahr mit rund 1,36 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank ebenfalls. Wie Bertelsmann-Chef Thomas Rabe die Zahlen des Tochterunternehmens einordnet und was er zu der bevorstehenden engeren Zusammenarbeit von G+J und RTL sagt.

Beim operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verzeichnete Gruner + Jahr 2020 ein Minus von 30 Millionen Euro auf 127 Millionen Euro. Angaben zum Gewinn wurden nicht gemacht.

Als Gründe für den Umsatzrückgang beim Verlag, in dem die Marken Stern, Brigitte und Geo erscheinen, nannte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe primär Corona-Effekte. Vor allem im ersten Halbjahr kämpfte der Medienmarkt in Deutschland mit ausbleibenden Werbeerlösen, weil in der Pandemie mit Vorsichtsregeln etwa Anzeigen storniert oder erst gar nicht gebucht wurden. Das machte sich bei Verlagen wie bei Rundfunksendern bemerkbar.

Zudem habe sich auch der Verkauf der Anteile am Verlag Motor Presse Stuttgart im Jahr 2019 auf die Umsatzzahlen und das Ergebnis im Jahr 2020 ausgewirkt, sagte Rabe. Der Konzernchef betonte zugleich, dass es Wachstum im Digitalen gegeben habe - dort auch bei Werbung.

Für 2021 zeigte sich Rabe zuversichtlich, dass nach einem ersten eher schwierigen Quartal bei den Werbemärkten sich die Lage wieder ändern und sich die Märkte im zweiten Quartal erholen könnten. Er schränkte zugleich ein, dass das aber vom weiteren Corona-Infektionsgeschehen und Lockdown-Maßnahmen abhängig sein wird.

Mit Spannung wird in der Medienbranche in diesem Jahr die mögliche engere Zusammenarbeit von der Mediengruppe RTL Deutschland und Gruner + Jahr erwartet. Im Februar war bekanntgeworden, dass ergebnisoffen ausgelotet werde (kress.de berichtete). Der Prozess läuft noch. Mit dem Schritt forciert Bertelsmann die Strategie starker Bündnisse innerhalb des Konzerns. Es gibt bereits Inhalte-Kooperationen im redaktionellen Bereich. Bertelsmann will "nationale Champions" schaffen - auch mit Blick auf die Konkurrenz großer US-Streamingplattformen.

Rabe betonte bei der Vorstellung der Zahlen, es gehe bei dem Ausloten nicht "um Übernehmen und Übernommenwerden", sondern "um Sinnhaftigkeit des Zusammengehens" im Sinne einer Wachstumsstrategie. Beide Unternehmen begegneten sich auf Augenhöhe.

Auf Nachfrage der dpa, ob ein Zusammenwachsen oder sogar Zusammengehen von bestimmten Redaktionsteilen von RTL und Gruner + Jahr theoretisch vorstellbar sei, sagte Rabe: "Absolut. Das kann ich mir vorstellen. Das ist aber nur eine von mehreren Optionen." Auf die Frage, ob RTL-Redakteure und Redakteure des Hamburger Verlags theoretisch eine gemeinsame Redaktion bilden könnten, antwortete der Bertelsmann-Chef: "Das könnte ich mir in Einzelthemenbereichen sehr gut vorstellen."

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Trotz weggefallener Werbeerlöse im Medienmarkt in der Corona-Pandemie hat Bertelsmann den Gewinn im Jahr 2020 deutlich gesteigert. Das Ergebnis lag bei rund 1,46 Milliarden Euro nach rund 1,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Konzern rechnet damit, im Jahr 2021 wieder die Ein-Milliarde-Euro-Grenze zu überschreiten.

Zur positiven Entwicklung trugen die Buchverlagsgruppe Penguin Random House und die Dienstleistungstochter Arvato bei. Auch Immobilienverkäufe brachten für den Konzern Effekte in der Bilanz. Bertelsmann stieß im vergangenen Jahr zugleich Kosteneinsparungen an.

Der Gesamtumsatz des Bertelsmann-Konzerns ging um 4,1 Prozent auf 17,3 Milliarden Euro zurück (2019: 18 Milliarden Euro). Den größten Umsatzteil steuerte weiterhin die RTL-Gruppe (gut 6 Milliarden Euro) bei, danach folgten Arvato und Penguin Random House. Das operative Ergebnis des Konzerns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg zugleich von 2,89 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 3,14 Milliarden Euro - Bertelsmann sprach von einem Rekordwert.

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