Auch ohne Kurzarbeit erfolgreich: Der Seitenhieb der FAZ auf die Medienbranche

 

Die FAZ hat jüngst ein gutes Unternehmensergebnis für das eigentlich so verteufelte Coronajahr 2020 präsentiert. Herausgeber Gerald Braunberger mochte sich anschließend via LinkedIn einen Seitenhieb auf die lieben Mitbewerber nicht verkneifen. Schließlich hatte man in Frankfurt auf Kurzarbeit verzichtet. Aus Markus Wiegands kress pro-Kolumne.

Ist die FAZ besser als alle anderen Verlage?

Da würden jetzt viele Redakteure in Frankfurt nur halbherzig widersprechen. Zumindest in einem Punkt hat das ehrwürdige Haus recht. Im April vermeldete man stolz in eigener Sache nämlich ein gutes Unternehmensergebnis für das ja eigentlich so verteufelte Coronajahr 2020. Das operative Ergebnis habe trotz der "spürbaren Belastungen aus der Coronapandemie gegenüber dem schon sehr ordentlichen Ergebnis des Jahres 2019 noch einmal merklich zugelegt". Auch die Umsatzrendite verbesserte sich demnach und liegt jetzt im hohen einstelligen Bereich.

Einen Seitenhieb auf die lieben Mitbewerber mochte sich die FAZ anschließend nicht verkneifen: "Im Unterschied zu vielen anderen Medienhäusern hatte die FAZ im vergangenen Jahr trotz der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit nach Ausbruch der Pandemie mit Blick auf ihre marktwirtschaftlichen Überzeugungen keine Kurzarbeit angemeldet."

Herausgeber Gerald Braunberger postete den Beitrag auf Linkedin und machte damit durchaus einen Punkt. Viele Medienunternehmen haben über Kurzarbeit Kosten gespart, obwohl sie schließlich für 2020 gute Ergebnisse einfahren konnten. Selbst die NZZ aus der Schweiz, die wirtschaftspolitisch ähnliche Überzeugungen zur Schau trägt wie die FAZ, war sich nicht zu schade, auf das Instrument der Kurzarbeit zurückzugreifen.

Allerdings verschweigt die FAZ in ihrem Beitrag etwas, das die Freude trüben dürfte. Schon 2019 waren die Geschäfte operativ ordentlich gelaufen. Die Neu-Bewertung der Pensionsrückstellungen kostete aber 24,3 Mio. Euro und sorgte für einen Jahresfehlbetrag von 2,9 Mio. Euro. Und die Prognose im "Bundesanzeiger" für 2020 lautete: "Das Konzernergebnis wird auch 2020 durch hohe Zinsänderungs- und Aufzinseffekte bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen negativ belastet werden."

Aus Markus Wiegands aktueller kress pro-Kolumne, in der der kress pro-Chefredakteur sich auch mit diesen Fragen beschäftigt:

Wie steht's im Zoff Reichelt gegen Spiegel? Wer hat bei Springer die Hosen an? Was läuft eigentlich wirklich beim stern? Was leistet Facebook für Lokalmedien? Hat die FTD den Spiegel gekapert?

Titelthemen in kress pro 3/2021:

Viele Unternehmen in der Branche stehen vor einem Generationswechsel oder sind schon mittendrin. Wie gelingt der Übergang?

Ranking: Die Marktführer der Redaktionssysteme.

Reichweiten-Schub: Wie der "Tagesspiegel" digital stärker wächst als die Konkurrenz.

Strategie-Gespräch: Wie ProSiebenSat.1 sich unter Vorstand Wolfgang Link auf alte Stärken besinnt.

Case: Die Lehren aus dem Hackerangriff auf Funke

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kress pro - das Magazin für Führungskräfte in Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteur ist Markus Wiegand.

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