Ex-FAZ-Herausgeber Holger Steltzner zornig über Bericht

 

Vor rund zwei Jahren kam es bei der FAZ zum Eklat: Herausgeber Holger Steltzner musste gehen. Seither hat sich der ehemalige Top-Journalist dazu nicht geäußert. Wem Steltzner jetzt eine zornige E-Mail in der Sache schrieb, berichtet kress pro in seiner neuen Ausgabe.

Wie geht's eigentlich Ex-FAZ-Herausgeber Holger Steltzner?

Das weiß nur er allein, denn um Holger Steltzner ist es seit seinem Rauswurf bei der FAZ vor rund zwei Jahren still geworden. Publizistische Spuren hat er nicht hinterlassen, auf den Social-Media-Kanälen ist er nicht auffindbar.

Man kann allerdings vermuten, dass Holger Steltzner (58) nicht mit besonderer Gelassenheit auf den Eklat zurückblickt, der ihm nach 17 Jahren als Wirtschaftsherausgeber sein Amt kostete. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls, wenn man die Kollegen des "Wirtschaftsjournalisten" fragt. Der Fachtitel (der wie "kress pro" im Medienfachverlag Oberauer erscheint) feierte kürzlich sein 20-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsausgabe. Und so schickte Chefredakteur Wolfgang Messner dem Ex-FAZ-Herausgeber eine Interview-Anfrage. Steltzner war davon nicht sonderlich begeistert, wie er in seiner Antwort deutlich machte:

Sehr geehrter Herr Messner! Vor zwei Jahren schrieben Sie einen miserabel recherchierten und verleumderischen Verriss über mich anlässlich meines Ausscheidens aus der FAZ. Heute bitten Sie in einer kriecherischen Mail aus Anlass des zwanzigjährigen Jubiläums Ihres Branchenmagazins um ein Interview mit mir, weil die FAZ laut Ihrer Auswertung in diesen zwei Jahrzehnten die beste Wirtschaftsredaktion Deutschlands war und ich diese Redaktion siebzehn Jahre davon erfolgreich geführt habe. Jetzt haben Sie ein Problem, weil Ihr Zerrbild über mich damals wie heute nicht zur Wirklichkeit passt. Fachlich fehlt Ihnen alles, was gute Wirtschaftsjournalisten auszeichnet. Persönlich fehlen Ihnen Aufrichtigkeit, Anstand und Ehrgefühl.

Fachlich gab es in der Branche und in der FAZ immer wenig Zweifel an Steltzner. Er galt innerhalb der Herausgeber des Titels sogar eher als Modernisierer. Seine Persönlichkeit allerdings wurde von vielen immer kritisch gesehen. Nicht nur in der Redaktion, auch bei Führungskräften des Hauses. Ihm fehlte in vielen Situationen offenkundig jede Empathie.

Wie es um Steltzners Aufrichtigkeit, Anstand und Ehrgefühl bestellt ist, können wir nicht sagen. Sie können dazu aber gerne seine ehemaligen Herausgeber-Kollegen bei der FAZ befragen, die nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten wollten.

Zumindest wirtschaftlich dürfte Steltzner weich gefallen sein. Nach monatelangen Diskussionen verkündete die FAZ Ende 2019 eine "gütliche Einigung" mit Steltzner, dessen Vertrag, so Quellen aus dem Haus, noch bis 2022 lief.

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