Nannen Preis: "Zeit"-Reporterin gewinnt in Königsdisziplin - auch Mai-Thi Ngyuen-Kim für Videobeitrag ausgezeichnet

02.06.2021
 

Für ihre "Zeit"-Reportage über chinesische Pflegekräfte in einem deutschen Seniorenheim hat die Journalistin Xifan Yang den Nannen Preis 2021 gewonnen. Sie erhielt die Auszeichnung in der Königsdisziplin "Egon Erwin Kisch-Preis" für die beste Reportage. Wer in den Kategorien Republik, Geschichte des Jahres, Lokal und Investigation gewann.

Der Titel der Reportage von Xifan Yang lautet: "Die Gesandte des Konfuzius". Die Verleihung wurde live ins Netz ausgestrahlt, die Siegerin war per Video zugeschaltet.

Für die diesjährige Verleihung wurde einiges am Preis geändert: Gewinnen konnten auch Journalisten für TV-, Radio- und Podcast-Beiträge. Im Januar hatte Gruner + Jahr dazu mitgeteilt: "Der Nannen Preis ehrt fortan herausragende publizistische Leistungen jeder Art. Ganz gleich, ob sie in traditionellen Medien oder auf digitalen Plattformen veröffentlicht werden, ob in gedrucktem oder gesprochenem Wort, in Bildern, in grafischen oder crossmedialen Formaten."

Es gab zudem neue Kategorien. Zum ersten Mal wurde ein Preis in der Kategorie "Republik" vergeben. Der Journalist Daniel Deckers überzeugte die Jury mit seiner Berichterstattung in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zum Thema sexueller Missbrauch durch Geistliche der Katholischen Kirche. In der Kategorie werden Projekte geehrt, die der Öffentlichkeit einen außergewöhnlichen publizistischen Dienst erweisen.

Die zweite neue Kategorie ist "Geschichte des Jahres" und wurde für einen Video-Beitrag verliehen. Die Wissenschaftsjournalistin Mai-Thi Ngyuen-Kim präsentierte den Beitrag "Corona geht gerade erst los" in ihrem Youtube-Kanal Mailab/Funk, gemeinsam mit ihrem Team Lars Dittrich und Melanie Gath. Ngyuen-Kim wurde für ihre Berichterstattung über die Corona-Krise schon mehrmals geehrt. Das Youtube-Video sahen Millionen.

In der Kategorie "Lokal" siegte Stefan Proetel vom "Mannheimer Morgen" für seinen Bericht "Die Geschäfte des Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel".

Eine Gruppe von Journalisten gewann den Preis in der Kategorie "Investigation" für einen Artikel über Beteiligte am Giftanschlag auf den Kremlgegner Alexej Nawalny, der im "Spiegel" (in Kooperation mit "Bellingcat", "CNN" und "The Insider") erschien. Zu der Gruppe gehörten: Roman Dobrokhotov, Matthias Gebauer, Christo Grozev, Roman Lehberger, Fidelius Schmid, Jörg Diehl und Christian Esch. Der Titel des Artikels: "Das sind die Männer, die Nawalny töten sollten".

Die Preisträger in fünf Kategorien:

"Geschichte des Jahres":

Lars Dittrich, Melanie Gath, Mai-Thi Ngyuen-Kim, "Corona geht gerade erst los" (Link), Mailab/funk

"Republik":

Daniel Deckers, "Berichterstattung zum Thema sexueller Missbrauch durch Geistliche der Katholischen Kirche", Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Egon Erwin Kisch-Preis":

Xifan Yang, "Die Gesandte des Konfuzius" (Link*), Die Zeit

"Lokal":

Stefan Proetel, "Die Geschäfte des Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel" (Link*), Mannheimer Morgen

"Investigation":

Roman Dobrokhotov, Matthias Gebauer, Christo Grozev, Roman Lehberger, Fidelius Schmid, Jörg Diehl, Christian Esch, "Das sind die Männer, die Nawalny töten sollten" (Link), Der Spiegel (in Kooperation mit Bellingcat, CNN, The Insider)

Sonderpreis der stern-Chefredaktion:

Bereits im Vorfeld der Preisverleihung wurde die Auszeichnung von Joko Winterscheidt, Klaas Heufer-Umlauf und Sophie Passmann mit dem Sonderpreis der Stern-Chefredaktion bekannt. Sie würdigt damit das aufklärerische Engagement der Preisträger:innen und ihr erweitertes Verständnis von Journalismus mit ihren Beiträgen "A Short Story of Moria" (Link) und "Männerwelten" (Link) auf Pro Sieben. Ausgezeichnet werden zudem Thomas Schmitt, Arne Kreutzfeldt, Claudia Schölzel und Thomas Martiens aus dem Produktionsteam von Florida TV, der Produktionsfirma von Joko und Klaas.

Hintergrund: Der Nannen Preis gilt als die bedeutendste Auszeichnung für Journalisten deutschsprachiger Medien. Mit ihm werden seit 2005 herausragende journalistische Leistungen in Wort und Bild geehrt. Die Stifter des Preises sind das Magazin stern und das Verlagshaus Gruner + Jahr. 

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