Dank Digital-Schub: Mediengruppe DuMont schafft Umsatzplus im Corona-Jahr

10.06.2021
 

2020 litten Medienhäuser coronabedingt unter teils stark sinkenden Werbeerlösen. Bei einigen zahlte sich aus, dass sie sich breit aufgestellt haben - wie etwa DuMont in Köln. "Die Digitalisierung bekommt ihren Schub", erläutert DuMont-Chef Christoph Bauer der dpa. Auch bei den Regionalmedien sieht Bauer einige positive Entwicklungen.

Die Kölner Mediengruppe DuMont hat im Corona-Jahr 2020 trotz geringerer Werbeerlöse ihren Gesamtumsatz steigern können. Auf vergleichbarer Basis zum Jahr 2019 seien insgesamt rund 430 Millionen Euro eingenommen worden – das entspreche einem Plus von zwei Prozent, sagte DuMont-Chef Christoph Bauer der Deutschen Presse-Agentur.

Rechne man auch beim Ergebnis Sondereffekte wie die Verkäufe von Regionalzeitungen heraus, sei dieses um 15 Prozent gestiegen. "Das liegt vor allem daran, dass wir im Daten- und im Marketing-Technology-Bereich deutlich zulegen konnten. Die Digitalisierung bekommt ihren Schub", erläuterte Bauer. DuMont erwirtschaftet den Angaben zufolge inzwischen mehr als die Hälfte des Umsatzes und zwei Drittel des Ergebnisses mit digitalen Geschäftsmodellen.

Das Geschäftsjahr 2021 sei noch schwer einzuschätzen, weil es erneut negative Effekte auf den Werbemarkt gebe. "Wir gehen davon aus, Umsatz und Ergebnis von 2020 zu halten." Man erhoffe sich im zweiten Halbjahr einen Nachholeffekt bei den Werbeerlösen.

Zugleich betonte Bauer im dpa-Gespräch, der Bereich Regionalmedien der Mediengruppe liege mittlerweile bei weniger als der Hälfte des Gruppenumsatzes, so dass der Ausgleich auch in anderen Bereichen geschaffen werden könne. Mit Blick auf den Werbemarkt sagte Bauer: "Wir haben weniger konjunkturabhängige Modelle."

Im Regionalmedienbereich sieht der DuMont-Chef auch einige positive Entwicklungen. Zum Kölner Stadt-Anzeiger sagte er der dpa: "Das Print-Produkt generiert mehr Vertriebserlöse." Mit der Auflösung des Zeitungsverbunds und der Konzentration auf die Kölner Blätter habe man sich am Hauptstandort zudem neu aufstellen können und sich zugleich "fokussiert".

Beim Boulevardblatt Express setze man schon länger auf unterschiedliche Inhalte bei Print und Online. "Wir haben bewusst im letzten Mai express.de als Internetprofit-Center mit eigener Digitalredaktion aufgesetzt. Diese Redaktion ist komplett eigenständig." Die große Mehrheit der Express-Mitarbeiter sei im digitalen Bereich der Zeitung tätig. "Hier setzen wir bewusst auf Eigenständigkeit."

Hintergrund: DuMont hatte 2019 sein Portfolio der Regionalmedien überprüft und sich dann nach und nach von vier Regionaltiteln getrennt: Berliner Zeitung, Berliner Kurier, Mitteldeutsche Zeitung und Hamburger Morgenpost. Die Mediengruppe kündigte im vergangenen Frühjahr dann an, einen Millionenbetrag in die verbliebenen beiden journalistischen Marken Kölner Stadt-Anzeiger und Express zu investieren. Die verkaufte Auflage der Titel (mit Kölnische Rundschau) lag im ersten Quartal nach Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) bei 272.760 Exemplaren.

Das Kölner Medienhaus konzentriert sich auf drei Bereiche: Regionalzeitungen, Business Information - hier werden etwa Daten für Unternehmen und Institutionen aufbereitet - und Marketing Technology mit Marketing-Software für Vertrieb und Kommunikation.

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