Übermedien schafft zwei Stellen: Ajmone Kuqi und Stefanie Menschner werden Redakteurinnnen

25.06.2021
 

"Für uns ist das ein großer Schritt", sagt Stefan Niggemeier, der Übermedien vor fünfeinhalb Jahren mit Boris Rosenkranz ohne externe Geldgeber gegründet hat. Die Journalistin Ajmone Kuqi und die Autorin Stefanie Menschner kommen als Redakteurinnen zum Onlinemagazin für Medienkritik. 

Stefanie Menschner beginnt am 1. Juli bei Übermedien, Ajmone Kuqi folgt am 1. August.

"Wir glauben, dass es nach wie vor einen riesigen Bedarf an guter, seriöser, unabhängiger Medienkritik gibt, ganz besonders in diesem Wahljahr. Übermedien hat großes Potential, das wir noch nicht annähernd ausgeschöpft haben. Wir fangen gerade erst an", sagt Co-Gründer Stefan Niggemeier.

Übermedien hatte vor zwei Monaten eine Redaktionsstelle ausgeschrieben. 90 Menschen haben sich darauf beworben. "Wir haben das als Ansporn genommen, schneller zu wachsen als geplant, und sogar gleich zwei Stellen geschaffen", erklärt Co-Gründer Boris Rosenkranz. "Dass wir auch Frauen in unserem Redaktionsteam haben, war längst überfällig. Wir freuen uns darauf, dass die neuen Kolleginnen Übermedien mit neuen Perspektiven auf die Medienwelt verändern und bereichern werden", sagt Rosenkranz.

Um die Expansion zu finanzieren, wirbt Übermedien derzeit mit der Kampagne #über7000 um mehr Unterstützerinnen und Unterstützer. Aktuell sind es 5.665 Übonnenten.

Zur Person: Stefanie Menschner (33) kommt aus Süd-Thüringen. Sie hat in Jena Kunst- und Kulturgeschichte und Literaturwissenschaften studiert. Anschließend war sie Redakteurin und Texterin in verschiedenen Agenturen und hat als Autorin, Schauspielerin und Poetryslamerin gearbeitet. Menschner lebt und arbeitet in Chemnitz. Von dort aus soll sie für Übermedien auch ostdeutsche Medien im Blick haben, insbesondere zu den Wahlen im Herbst, aber nicht ausschließlich.

Ajmone Kuqi (44) kommt aus Rheinland-Pfalz. Sie hat in Hamburg Soziologie studiert und war mehrere Jahre Autorin bei "ZAPP", dem NDR-Medienmagazin. Zuletzt hat sie lange als Projektleiterin und Geschäftsführerin beim Journalistenverein Netzwerk Recherche gearbeitet, wo sie unter anderem eine der größten Medien-Konferenzen des Landes mit organisiert und sich für mehr Diversität im Journalismus eingesetzt hat. Sie soll insbesondere dafür sorgen, Übermedien weiterzuentwickeln und besser zu vernetzen.

"Medien bilden, lenken, festigen Meinungen", sagt Menschner. "Sie kritisieren Politik, Sport, Kultur - und vor allem Menschen. Auch Medien müssen deshalb kritisiert werden - unideologisch und unabhängig. Deswegen ist Übermedien so wichtig!" Ajmone Kuqi findet: "Übermedien macht, was sich viele Medien nicht trauen: Andere Medien zu kritisieren. Dabei ist das elementar. Ohne Kritik und gute Fehlerkultur leidet die Glaubwürdigkeit. Übermedien kritisiert unabhängig, fair und schonungslos - und das ist gut so."

Hintergrund: Das Medienmagazin Übermedien gibt es seit 2016. Es wurde 2017 mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet und war 2018 für den Grimme-Online-Award nominiert.

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