Messerattacke in Würzburg: Bild am Sonntag entschuldigt sich für Foto-Verwechslung

02.07.2021
 

Bild spricht in einem Artikel in eigener Sache von einem schwerwiegenden Fehler. Die Zeitung hat bei der Berichterstattung über die Messerattacke in Würzburg auf der Titelseite den falschen Tatverdächtigen gezeigt.

"Bei der Berichterstattung über die furchtbare Bluttat in Würzburg, bei der drei Unschuldige starben, ist der Bild am Sonntag in der Ausgabe vom 27. Juni ein schwerwiegender Fehler unterlaufen. Das Foto auf der Titelseite zeigt NICHT den dringend Tatverdächtigen, der inzwischen in U-Haft genommen wurde, sondern einen Landsmann des Beschuldigten, der in keinem Zusammenhang mit dem Verbrechen steht", schreibt Bild "in eigener Sache".

Die Axel Springer-Zeitung entschuldigt sich "in aller Form und mit dem größten Bedauern bei der abgebildeten Person". "Wir hatten nach gründlichster Recherche keine vernünftigen Zweifel daran, dass die abgebildete Person auf der Titelseite der BamS den Beschuldigten zeigt. Mehrere Quellen hatten uns dies unabhängig voneinander bestätigt, eine in die Ermittlungen in Würzburg involvierte Person auf Nachfrage sogar schriftlich", heißt es weiter. Trotzdem habe sich die Veröffentlichung des betreffenden Fotos als schwerer Fehler erwiesen. Online habe man das Foto nach ersten Hinweisen sofort ausgetauscht.

Am Ende betont Bild: "Diese Foto-Verwechslung ist umso bedauerlicher, als der Betroffene es aufgrund seiner Herkunft und seines Flüchtlingsstatus ohnehin in der aktuellen Situation schwer hat. Wir wissen, dass Fehler wie dieser nicht passieren sollten. Wir bitten um Verzeihung."

Carolin Gasteiger kommentiert dazu in der SZ: "Abgesehen davon, dass die Verwechslung ein fataler journalistischer Fehler ist, stellt sich eine andere Frage: Warum hat die BamS den vermeintlichen Täter überhaupt unverpixelt gezeigt?" Der Text "In eigener Sache" zeige ja, dass es anders geht. Ihn illustriert ein Foto von Blumen und Kerzen am Tatort.

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