Wie der Südkurier mit einer Corona-Reportage den Deutschen Lokaljournalistenpreis gewann

 

Was bedeutet die Pandemie für das Leben an den deutschen Grenzen, die im März 2020 plötzlich abgeriegelt wurden? Mit diesem Thema siegte die Zeitung bei dem alljährlichen Wettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung. Wer noch ausgezeichnet wurde und welche Stärken die Jury und Norbert Lammert hervorhoben.

Für die Menschen in den Grenzregionen waren die harschen Eindämmungsmaßnahmen während des ersten Corona-Lockdowns ein einschneidendes, teils traumatisches Erlebnis, heißt es bei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Redaktion des Südkuriers griff diese Stimmung auf und setze sie eindrucksvoll in Wort, Bild und Grafik, gedruckt in der Zeitung sowie online in einem umfangreichen Dossier um. 

In der Jurybegründung zur Preisvergabe an den Südkurier (Chefredakteur: Stefan Lutz) heißt es dazu: "Die Grenzschließungen waren selbstverständlich auch in vielen anderen Redaktionen in Corona-Zeiten ein Thema, doch mit der Vielfalt der Aspekte, der Tiefe der Recherche, der gelungenen optischen Umsetzung und der crossmedialen Aufbereitung hat der Südkurier Außergewöhnliches geleistet und Maßstäbe im Lokaljournalismus gesetzt. Die Redaktion verstand sich als Verbündeter der Leserinnen und Leser, nahm sich der alltäglichen Sorgen und Nöte an, beantwortete drängende Fragen, lieferte Service, ging der Frage nach, ob diese Grenzschließungen überhaupt rechtens sind und sie reflektierte auch die nicht immer störungsfreien Beziehungen zwischen den Einwohnern beiderseits der Grenze."

Das Fazit der Jury lautet beim Sieger Südkurier: "Das ist Lokaljournalismus vom Feinsten."

Zweiter Preisträger ist die Hamburger Morgenpost (Chefredakteur: Maik Koltermann) mit Serie über "Jüdisches Leben in Hamburg", bei der die Jury lobte, die beiden Autorinnen hätten "Mut bewiesen" und "ein relevantes Thema frühzeitig erkannt und hervorragend umgesetzt".

Der dritte Preis ging an den Hanauer Anzeiger (Chefredakteur: Robert Göbel) für seine umfangreiche Berichterstattung am Tag nach dem rassistisch motivierten Terror-Anschlag, bei dem zehn Menschen starben, zuerkannt. "Die Redaktion hat den Opfern ein Gesicht und Würde gegeben", schreibt die Jury.

Der Volontärspreis geht an zwei Volontärinnen der Rheinischen Post (Chefredakteur: Moritz Döbler) für ihr multimediales Projekt "Die RheinStories", das laut Jury "glänzend gemacht, gut durchdacht" und "ein gelungenes Beispiel für guten Lokaljournalismus der Zukunft" sei.

"Es war nicht überraschend, dass sehr viele Einsendungen für den Deutschen Lokaljournalistenpreis 2020 das allgegenwärtige Thema Corona behandeln - aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln", sagt Norbert Lammert, der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung. "Bemerkenswert war die Vielfalt an weiteren Themen, die nicht minder relevant für unser Miteinander sind, und in welcher Qualität, Tiefe, Kontinuität und auch Kreativität diese recherchiert und aufbereitet wurden. Damit zeigt der aktuelle Preisjahrgang einmal mehr, welch herausragende Bedeutung der Lokaljournalismus für unsere Gesellschaft hat, welch wichtige und mitunter auch identitätsstiftende Rolle er für die Leserinnen und Leser vor Ort spielt. Er ist und bleibt unverzichtbar für unsere Demokratie."

Hintergrund: Zum Wettbewerb gab es insgesamt 354 Einsendungen.Die Preise sollen im Spätherbst des Jahres verliehen werden. Weitere Informationen zum Deutschen Lokaljournalistenpreis gibt es hier.

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