Der Zukunftsrat der CDU ist ein Fake: Spiegel geht Klimaschützern auf den Leim

13.07.2021
 

Der Spiegel hat in seinem Newsletter "Lage am Morgen" auf eine angekündigte Pressekonferenz eines "CDU-Zukunftsrates" hingewiesen. Den gibt es aber nicht wirklich. Der Spiegel entschuldigt sich darauf - und auch andere Nachrichtenangebote fallen auf den Fake von Klimaschützern rein.

"Die Junge Union ist mit fast 100.000 Mitgliedern der politisch größte Jugendverband in Deutschland - und auch einer der konservativsten. [...] Dass nicht alle jungen CDUlerinnen und CDUler sich in diesem Umfeld so wohlfühlen, ist keine große Erkenntnis. Wenn sie aber ihr eigenes Netzwerk gründen, ist das eine Nachricht", heißt es in der "Lage am Morgen", dem Morning-Briefing-Newsletter des Spiegel, der um 6 Uhr erscheint.

Martin Knobbe, Leiter des Hauptstadtbüros des Spiegel", berichtet weiter, dass sich an diesem Dienstag in Berlin im Konrad-Adenauer-Haus der CDU-Zukunftsrat vorstellen wird, "der einen klaren programmatischen Kontrapunkt gegen die JU setzt". Knobbe zitiert eine der Mitgründerinnen, die ihm geschrieben habe: "Unsere Motivation ist es, als junge Demokratinnen und Demokraten, die Interessen der zukünftigen Generationen gegenüber dem CDU-Bundesvorstand zu vertreten." Noch könne oder wolle die Gruppe nicht sagen, wie viele Mitglieder sie habe, noch stehe sie ganz am Anfang. Doch an Selbstbewusstsein mangele es ihren Vertreterinnen und Vertretern nicht, heißt es weiter.

Später entschuldigt sich Knobbe für die falsche Nachricht:

"Liebe Leserin, lieber Leser der Morgen-Lage, wir haben heute in der »Lage am Morgen« auf eine angekündigte Pressekonferenz eines 'CDU-Zukunftsrates' hingewiesen. Wie das Konrad-Adenauer-Haus mitteilt, handelt es sich offenbar um eine Fake-Gruppierung, kreiiert von Klimaschützern. CDU-Bundesgeschäftsführer Stefan Hennewig nennt sie den 'ersten deep fake' des Bundestagswahlkampfs. Ich entschuldige mich für den Hinweis in der Morgenlage und korrigiere ihn hiermit."

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CDU-Bundesgeschäftsführer Hennewig hat an diesem Montag drei Tweets zu dem Thema abgesetzt. Im ersten heißt es:

"Der erste #deepfake des #btw21 ist da.  Fünf Mitglieder von @ExtinctionR_DE "tarnten" sich als @cduzukunftsrat  Klar, kann man machen. Hannes, Rosa und Karl hatten viel Spaß ... und empfanden diebische Schadenfreude über ihren Fake. Sieht für mich jedenfalls so aus."

Auch der RND berichtet in seinem Früh-Newsletter "Der Tag" über den sogenannten Zukunftsrat der CDU. "Dabei handelt es sich offenbar um Satire", heißt es in einer späteren Korrektur.

Der SWR hat die entsprechende Meldung "Mehr als JU? 'Zukunftsrat' auf Suche nach jungen Themen für die CDU" inzwischen gelöscht.

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