Harte Kritik von Bild-Chef Reichelt an WDR und SWR nach Unwetter-Katastrophe

19.07.2021
 

In einem Kommentar zur Unwetter-Katastrophe wirft Bild-Chef Julian Reichelt der Politik und den öffentlich-rechtlichen Medien Verschleierung vor.

"Wenn jetzt alle Politiker über das dankbare Thema Klima reden, dann ist das keine engagierte, visionäre Politik, sondern Verschleierung. Verschleiert werden soll, dass Sirenen nicht heulten. Dass Warnungen seit Tagen vorlagen, aber die Bürger nichts erfuhren", kommentiert Bild-Chef Julian Reichelt.

Und auch die öffentlich-rechtlichen Medien kritisiert Reichelt hart. Sie hätten kein Gefahrenmeldungen und Warnungen verkündet, obwohl sie einen Informationsauftrag hätten. "Das Programm wurde nicht unterbrochen, um Menschen zu warnen. Weder der Staat, noch WDR, noch SWR kümmerten sich. Sie lieferten nicht, wofür sie teuer bezahlt werden", so Reichelt.

Hintergrund: Der Westdeutsche Rundfunk hatte in der vergangenen Woche Lücken in der Berichterstattung über die Starkregen-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen eingeräumt - zugleich wies der Sender aber darauf hin, dass er selbst von dem Unwetter betroffen gewesen sei. Der WDR reagierte damit auf Vorwürfe in sozialen Netzwerken und Kritik aus der Medienbranche.

"Wir teilen die Einschätzung, dass der WDR noch umfangreicher aus Wuppertal hätte berichten müssen, allerdings war das dortige WDR-Studio selbst so stark vom Unwetter betroffen, dass es ab 3 Uhr in der Nacht nicht mehr selber senden konnte", sagte eine WDR-Sprecherin in Köln am Donnerstag auf dpa-Anfrage.

"Übernommen haben die Studios in Düsseldorf und Köln, um mit Regionalnachrichten die Bevölkerung im Bergischen Land informieren zu können. Dafür liefern WDR-Reporter, die in Wuppertal unterwegs sind, die Informationen zu. Das Studio Wuppertal wird gerade mit Hilfe alternativer Übertragungswege wieder livefähig gemacht."

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