Medien-Topmanager: Wer am besten verdient

 

Im Coronajahr mussten viele Medien-Vorstände kaum persönliche Einbußen hinnehmen. Wie eine kress pro-Analyse zeigt, kann man sogar mit einer halben Stelle 1,3 Millionen Euro verdienen.

Auszug aus der kress pro-Exklusivstory in Heft 5/2021:

Die deutschen Medienhäuser sind einigermaßen glimpflich durch die Krise gekommen. Vielerorts sanken zwar die Umsätze empfindlich, durch ein teils drastisches Gegensteuern bei den Kosten konnten die Ergebnisse aber vielerorts gehalten oder sogar verbessert werden.

Branchenprimus Bertelsmann bildet da keine Ausnahme. Zwar sank der Umsatz 2020 um 4,1 Prozent auf 17,3 Mrd. Euro. Das operative Ebitda-Ergebnis (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) aber konnte sogar um 8,9 Prozent deutlich gesteigert werden. Rechnet man den Sondereffekt von Immobilienverkäufen heraus, ist das Ergebnis für das Krisenjahr mehr als ordentlich. Das bildet sich auch in der Bezahlung des vierköpfigen Vorstands mit Thomas Rabe (CEO), Markus Dohle (Chief Executive Officer, Penguin Random House), Rolf Hellermann (bis 1. Januar 2021) und Immanuel Hermreck (Personal) ab, der im vergangenen Jahr mit 28 Mio. Euro leicht besser entlohnt wurde als im Vorjahr (26,4 Mio. Euro).

Der Vorstandschef verdient in der Regel deutlich besser als seine Kollegen. Legt man hierfür als Faktor den Durchschnitt der großen deutschen Aktienunternehmen zugrunde, dürfte Thomas Rabe 2020 mindestens 10 Mio. Euro verdient haben. Da das Lohngefälle zwischen ihm und den anderen Vorständen bei Bertelsmann aber vermutlich größer ist, liegt das tatsächliche Salär wohl deutlich über der Marke. Ein interessantes Detail zeigt ein Blick in den Vergütungsbericht der RTL Group, die in Personalunion ebenfalls von Rabe geleitet wird. Im Jahresbericht wird festgehalten, dass der Bertelsmann-Chef die Funktion im Rahmen einer 50-Prozent-Tätigkeit ausübt und dafür ein Gehalt von 1,3 Mio. Euro bekam (600.000 Euro fix, Rest variabel).

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In Rabes Gehaltsdimension stößt hierzulande in der Medienbranche nur Springer-CEO Mathias Döpfner vor. Nach dem Rückzug von der Börse hat Springer bisher keinen Jahresbericht vorgelegt. 2019 verdiente der Springer-Vorstand insgesamt rund 22,1 Mio. Euro (plus 2,1 Mio. Euro an Versorgungszusagen). Etwas mehr als die Hälfte der Vergütung war variabel. In diesem Jahr dürfte dieser Anteil deutlich sinken. Im November ging Springer nach internen Zahlen von einem Umsatzrückgang von 3,1 Mrd. Euro auf rund 2,9 Mrd. Euro aus. Beim Ebitda-Ergebnis erwartete man einen Rückgang um rund 20 Prozent (von 631 Mio. auf 501 Mio. Euro). Der variable Anteil der Vergütung bei Springer wird also wohl ebenfalls deutlich gesunken sein. Dennoch dürfte Döpfner mindestens im hohen einstelligen Millionenbereich verdient haben. Möglicherweise sogar deutlich besser. Springer hatte 2019 für Vorstandsboni insgesamt 69,2 Mio. Euro zurückgestellt. Hierauf haben die aktuellen Zahlen keinen Einfluss, die Berechnungsgrundlage hierfür war der Aktienkurs vor dem Rückzug Springers von der Börse.

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Die Honorierung der Aufsichtsräte der Medienunternehmen ist in der Regel nicht an den Erfolg des Unternehmens gekoppelt. Bertelsmann ließ sich im Jahr 2020 das Gremium ...

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