Mittelbayerischer Verlag gehört künftig zur Verlagsgruppe Passau - Geschäftsführer Wunnike geht

30.07.2021
 

Die Verlagsgruppe um die Passauer Neue Presse übernimmt den angrenzenden Wettbewerber Mittelbayerischer Verlag mit der Mittelbayerischen Zeitung. Welche wichtigen Personalien damit verbunden sind - und welche Strategie Passauer-Neue-Presse-Verlegerin Simone Tucci-Diekmann verfolgt.

Die Verlegerfamilien Esser (Mittelbayerischer Verlag/MZ) und Diekmann (Verlagsgruppe Passau/PNP) haben sich auf den Übergang geeinigt. Über sämtliche Details wurde Stillschweigen vereinbart.

Zusammen mit der Passauer Neuen Presse (PNP), dem Donaukurier (DK) in Ingolstadt und dem Mittelbayerischen Verlag soll ein neuer, schlagkräftiger Medienverbund entstehen. Den Donaukurier hat die Verlagsgruppe Passau vor knapp fünf Jahren gekauft. Das aktuelle Vorhaben steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes.

Mittelbayerische-Zeitung-Herausgeber Peter Esser lobt ausdrücklich die gute Verhandlungsatmosphäre zwischen allen Beteiligten. "Die wirtschaftliche Stabilität des Mittelbayerischen Verlags wird zusammen mit der großen fachlichen Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wesentlicher Garant für die erfolgreiche Bewältigung der enormen Zukunftsaufgaben sein", erklärt Esser.

Die Familie Esser scheidet nach der Genehmigung durch das Kartellamt aus der Gesellschaft aus. Mit ihr zusammen wird sich auch der langjährige Vorsitzende der Geschäftsführung, Martin Wunnike, aus dem Unternehmen zurückziehen. Auf Wunsch der Familie habe sich Martin Wunnike bereiterklärt, den Übergang bis zum Jahresende zu begleiten, heißt es.

PNP-Verlegerin Simone Tucci-Diekmann bedankt sich für das große Vertrauen, das Familie Esser mit dem Verkauf in sie setze. "Wir glauben fest an die Zukunft der Regionalzeitung - ob nun in gedruckter oder in elektronischer Form", betont sie. Da die Mittelbayerische Zeitung sowohl an das Verbreitungsgebiet der Passauer Neuen Presse als auch des bereits vor knapp fünf Jahren übernommenen Donaukurier angrenze, sei der Erwerb ein logischer Wachstumsschritt und eine "perfekte Ergänzung" der bisherigen Verlagsaktivitäten. "Auf dieser breiten publizistischen Basis fühlen wir uns gut gerüstet, um in einem schwieriger werdenden Marktumfeld auch langfristig zu bestehen. Wir wollen nicht Getriebene sein, sondern im Sinne unserer Leser den digitalen Wandel der Medienwelt aktiv gestalten", so Tucci-Diekmann. Nicht zuletzt Werbekunden könne künftig ein "noch zielgenaueres, Regionen übergreifendes Angebot gemacht werden."

Hintergrund: Mit dem Erwerb der MZ hat sich die Verlagsgruppe Passau zu einem der auflagenstärksten Regionalzeitungs-Verlage in Bayern entwickelt. Zusammen erreichen die Tageszeitungs-Titel von Passauer Neuen Presse, Donaukurier und Mittelbayerischen Zeitung im Schnitt eine tägliche verkaufte Auflage von rund 348.000 Stück (IVW: Stand 2020). Zugleich gibt das Passauer Medienhaus zahlreiche Anzeigenblatt-Titel mit einer wöchentlichen Gesamtauflage von 1,7 Millionen Exemplaren heraus, die in einem zusammenhängenden Gebiet von Eichstätt über Ingolstadt, Regensburg, Straubing, Landshut, Passau bis nach Reichenhall verteilt werden. Die verschiedenen Onlineangebote verzeichnen pro Monat zusammen rund 27,3 Millionen Visits.

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