Die FAZ verkündet mehr als 180.000 Digitalabos - und erhöht die Gehälter

02.08.2021
 

Das Geschäft der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH hat sowohl im Geschäftsjahr 2020 als auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres eine "erfreuliche Entwicklung" genommen, wie die Frankfurter mitteilen.  Die Umsatzrendite habe sogar ein Niveau wie zuletzt in den neunziger Jahren erreicht. Auch die Mitarbeiter lässt die FAZ an den Erfolgen teilhaben.

"Trotz des wegen der Pandemie schwierigen Umfelds haben die Erlöse im vergangenen Jahr mit 225,7 Millionen Euro die Erwartungen übertroffen; zum guten Ergebnis hat aber auch eine konsequente und weiterhin notwendige Kontrolle der Kosten beigetragen. Ein dynamisches Wachstum des Digitalgeschäfts verband sich mit einer beachtlichen Resilienz des traditionellen Printgeschäfts", heißt es beim Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Daher konnte die FAZ zum 1. Juli 2021 die Gehälter ihrer Mitarbeiter erhöhen und zusätzlich im Dezember 2020 wie im Juni 2021 eine Corona-Sonderprämie ausschütten. Im Unterschied zu vielen anderen Medienhäusern hatte die FAZ im vergangenen Jahr keine Kurzarbeit angemeldet.

Die Fortschritte der digitalen Transformation des Geschäftsmodells zeigten sich unter anderem in einer "regen Nachfrage nach dem Bezahlangebot F+", das Zugang zu den hinter einer Zahlschranke befindlichen Artikeln sowie die kostenfreie Nutzung der Vorlesefunktionen in den Apps "FAZ.NET" und "F.A.Z. Der Tag" bietet. Die Zahl der Abonnenten mit Festbezug von F+ sei im vergangenen Jahr von 34.400 auf 62.500 gestiegen. Der Aufwärtstrend habe sich in diesem Jahr fortgesetzt: Ende Juni 2021 belief sich die Zahl der Abonnenten laut FAZ auf 71.700. Auch die digitalen Ausgaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verzeichneten Zuwächse. Insgesamt zählte die FAZ nach eigenen Angaben zur Jahresmitte mehr als 180.000 digitale Abonnements.

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Sehr gut entwickelt habe sich auch das Interesse an dem unter der Bezeichnung "Frühdenker" an Werktagen versendeten und überarbeiteten "Newsletter für Deutschland", der mit gut 133.000 Versendungen zu den auflagenstärksten Newslettern in Deutschland zähle. Dieser Newsletter kann zunächst drei Monate kostenlos bezogen werden; wer ihn danach weiterlesen möchte, muss ein digitales Abonnement für FAZ, FAS oder F+ abschließen. Damit verbindet sich eine Abkehr von der in der Medienwelt geläufigen Praxis, Newsletter unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Die übrigen, ebenfalls überarbeiteten FAZ-Newsletter kommen auf rund 170.000 Versendungen.

Im vergangenen Jahr trug das Digitalgeschäft mit 21 Prozent zum Umsatz der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH bei; in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ist dieser Anteil weiter auf 25 Prozent gestiegen. Auf das Digitalgeschäft entfallen mittlerweile schon 35 Prozent des Unternehmensergebnisses. Aber auch die Entwicklung des traditionellen Geschäfts belege das Bedürfnis vieler Leser nach Qualitätsjournalismus gerade in bewegten Zeiten, in denen die Menschen nach zuverlässiger Information und nach Orientierung und Einordnung suchten, heißt es bei den Frankfurtern.

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Das Abonnementgeschäft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) habe im bisherigen Jahresverlauf die Erwartungen übertroffen. Angesichts des Wegfalls vieler während der Pandemie von der Politik erhobener Beschränkungen lege auch der Einzelverkauf wieder zu. Die verkaufte Auflage der FAZ ist im zweiten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahr um 10,1 Prozent auf 201.400 Exemplare gestiegen. Die Auflage der FAS legte um 8,5 Prozent auf 206.800 Exemplare zu.

Der Einzelverkauf der Sonntagszeitung hat nach FAZ-Angaben zudem vom Beginn der Umstellung auf den Samstag als Erscheinungstermin profitiert. Mit der Verwandlung der FAS. in eine Wochenendzeitung sollen die Leser mehr Zeit für ihre Lektüre erhalten. Auch wirtschaftliche Gründe sprechen angesichts einer immer schwierigeren Vertriebssituation am Sonntag für den Samstag als Erscheinungstermin.

"Die gute Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres schlug sich in einem gegenüber dem Jahre 2019 noch einmal gesteigerten Betriebsergebnis nieder, das damit im dritten Jahr in Folge eine zweistellige Zuwachsrate aufweist. Die Umsatzrendite erreichte ein Niveau wie zuletzt in den neunziger Jahren", heißt es bei der FAZ.

Die Eigenkapitalquote ist von 41 auf 46 Prozent gestiegen. Weiterhin erfreut sich die FAZ "einer guten Liquiditätsausstattung und eines hohen Bestands an Wertpapieren"; sie nimmt wie in den Vorjahren keine Bankkredite in Anspruch.

Die Gesellschafterversammlung hat indes den früheren Intendanten des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, zum Mitglied des Aufsichtsrats gewählt. Dem Aufsichtsrat gehören zudem Andreas Barner als Vorsitzender, Karl Dietrich Seikel als stellvertretender Vorsitzender sowie Karl Hans Arnold, Katarzyna Mol-Wolf, Stefan Quandt und Joachim Rosengarten an.

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