Wie viele Digitalabos wird der Spiegel in zehn Jahren verkaufen, Stefan Ottlitz?

10.08.2021
 

kress.de wird 25! In unserem großen Geburtstags-Sonderheft haben wir den wichtigsten Digital-Köpfen unserer Branche eine Frage gestellt. Lesen Sie heute die spannende Antwort von Spiegel-Geschäftsführer Stefan Ottlitz zur neuen Ära der Bezahl-Modelle und welche Rolle der Journalismus dabei spielt.

Wie viele Digitalabos wird der "Spiegel" in zehn Jahren verkaufen, Herr Ottlitz?

Wie viele Abos? Die Frage wirkt etwas oll, wie 2015. Wir leben jetzt in der dynamischen Ära der Pay-Modelle. Kund:innen sehen immer öfter unterschiedliche Preise, je nach individuell relevantem Abopaket und genauer Bezahlbereitschaft. Manche lesen ein paar Monate wie in einer On-off-Beziehung, andere binden sich quasi für immer. Ältere wollen für einen kleinen Aufpreis die Großfamilie mitlesen lassen, Jüngere erwarten günstige U30-Abos. Dieses ganze Spektrum bestmöglich zu bedienen, inhaltlich wie von den Produkten her, so dass Abonnent:innen uns immer treuer bleiben, statt zu springen: Darum geht es.

Den "Customer Lifetime Value" zu optimieren, ist die wahre Wachstumsherausforderung - nicht einfach die schiere Abozahl. Gute Vertriebstechnik, bessere Produkte und bester Journalismus müssen dafür zusammenspielen, und da haben wir viel vorbereitet. Das Pur-Abo für Werbefreiheit, das Audio+-Abo mit dem "Spiegel" zum Hören, eben das U30-Abo und bald auch neue Optionen wie eine Familienoption: Wir müssen vielfältiger auf Kund:innenwünsche eingehen und dabei auch persönliche Nutzungsvorlieben analysieren, um jede:n einzeln besser zu bedienen. Im Hintergrund entsteht da eine komplett neue Infrastruktur, die man passgenau für Marken wie den "Spiegel" oder die "Manager"-Titel weiterentwickeln muss.

Wobei, eines ist auch klar: Am Ende entscheidet immer noch, wer die beste Geschichte hat. Journalismus ist der Kern aller Pay-Modelle. Und wenn man ihm immer bessere Bühnen baut, werden Abonnent:innen immer öfter gern bezahlen.

Stefan Ottlitz, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags

25 Jahre kress.de! In unserer 100 Seiten starken Jubiläumsausgabe (hier kostenlos als E-Paper) haben wir diesen klugen Köpfen eine Frage gestellt:

Tijen Onaran (Global Digital Women), Carsten Knop (FAZ), Sebastian Turner (Trafo MediaTech), Jan-Eric Peters (NZZ), Christof Ehrhart (Robert Bosch), Julia Bönisch (Stiftung Warentest), Gabor Steingart (Media Pioneer), Marco Fenske (RND), Ingo Kästner (PMG), Meinolf Ellers (dpa), Jochen Wegner ("Zeit"), Stefan Ottlitz ("Spiegel"), Kai Gniffke (SWR), Daniel Steil (Burda Forward), Lorenz Maroldt ("Tagesspiegel"), Steffi Dobmeier ("Schwäbische Zeitung"), Andreas Arntzen (Wort & Bild Verlag), Carina Laudage (G+J), Jan Ippen (Ippen Digital), Andreas Lenz ("t3n Magazin"), Gerlinde Hinterleitner ("Standard"), Philipp Westermeyer (OMR), Dietmar Wolff (BDZV), Steffi Czerny (DLD Media), Johannes Hauner (SZ), Christoph Bauer (DuMont), Peter Hogenkamp (Scope Content), Monika Schaller (Deutsche Post DHL Group), Johannes Sommer (Retresco), Richard Gutjahr (Journalist), Mirijam Trunk (Mediengruppe RTL), Jule Lumma (VRM), Matthias Bauer (Vogel Communications Group), Philipp J. Jacke (Melo Group).

Ebenfalls im großen 25 Jahre kress.de-Geburtstagsheft:

Entertainer Klaas Heufer-Umlauf gibt im Interview einen nachdenklichen Blick auf die Medien und digitale Trends.

FR-Chef und Digitalvordenker Thomas Kaspar schreibt, wo wir heute stehen und wo jetzt die größten Chancen liegen.

"Ich war nie digitalgläubig, du?": Im Gespräch zwischen Herausgeber Johann Oberauer und kress.de-Gründer Peter Turi war mächtig Feuer drin.

"Keiner verlässt den Raum, bis der Newsletter verschickt ist": kress.de-Chefredakteur Marc Bartl lüftet exklusiv fünf Geheimnisse.

Waren 18 Monate Pandemie eine Chance? Haben die Medien etwas gelernt? Neun Erkenntnisse von n-tv.de-Chef Tilman Aretz.

Lieblingsanekdoten: Woran sich die ehemaligen kress.de-Chefredakteure (u.a. Thomas Kemmerer und Stefan Winterbauer) gerne erinnern.

Wie wir morgen arbeiten werden Sechs Job-Trends, mit denen Medienprofis rechnen müssen, beschreibt Karrierecoach und kress.de-Kolumnist Attila Albert.

"Das Internet ist nichts Greifbares": "Kress"-Gründer Günther Kress über das Digitale – und alles andere.

Sie möchten exklusive Medienstorys, spannende Debatten und Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.