Wie viele Hass-Kommentare kommen jede Woche beim RND an, Marco Fenske?

12.08.2021
 

kress.de wird 25! In unserem großen Geburtstags-Sonderheft haben wir den wichtigsten Digital-Köpfen unserer Branche eine Frage gestellt. Lesen Sie heute die Antwort von RND-Chef Marco Fenske über den Umgang mit Hass und Gewalt, die Journalisten immer heftiger entgegengeschlagen.

Sie schützen Ihre Mitarbeiter vor Hasskommentaren: Was und wie viel kommt da eigentlich jede Woche an, Herr Fenske?

Im Newsroom des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) managen wir für unsere Titel und Medienmarken monatlich rund 100.000 Social-Media-Kommentare – Tendenz steigend. Unser Ziel ist es, eine Debattenkultur zu etablieren, in der andere Meinungen und auch Kritik ausdrücklich erwünscht sind! Leider gibt es einen Trend hin zu einer teilweise menschenverachtenden Beleidigungskultur, den wir nicht akzeptieren.

Was Journalistinnen und Journalisten an Hass und Gewalt entgegenschlägt, überschreitet immer mehr das Maß des Erträglichen; besonders schwere Fälle bringen wir zur Anzeige. Persönliche Angriffe und Beleidigungen haben ebenso keinen Raum wie rechtswidrige, strafbare, pornografische, beleidigende, extremistische, rassistische, diskriminierende oder fremdenfeindliche Inhalte sowie Aufforderungen zu Gewalt. Bei Verstößen behalten wir uns vor, Kommentare zu entfernen, und wir führen in diesen Fällen keine Diskussion über gelöschte Kommentare. Das gilt auch dann, wenn durch die Verwendung von Emojis der Eindruck erweckt wird, als würden Gewalttaten begrüßt oder die Opfer von menschlichem Leid verhöhnt werden.

Journalistinnen und Journalisten sollten nicht bereit sein, das Überschreiten verbaler Grenzen zu akzeptieren – zumal dann nicht, wenn es justiziabel ist. Wir sollten uns nicht einschüchtern lassen von Hass, Beleidigungen und Gewaltandrohungen. Weil Journalismus wichtig ist – in einer Demokratie und für eine Demokratie.

Marco Fenske, Chefredakteur / Geschäftsführer des Redaktionsnetzwerks Deutschland

25 Jahre kress.de! In unserer 100 Seiten starken Jubiläumsausgabe (hier kostenlos als E-Paper) haben wir diesen klugen Köpfen eine Frage gestellt:

Tijen Onaran (Global Digital Women), Carsten Knop (FAZ), Sebastian Turner (Trafo MediaTech), Jan-Eric Peters (NZZ), Christof Ehrhart (Robert Bosch), Julia Bönisch (Stiftung Warentest), Gabor Steingart (Media Pioneer), Marco Fenske (RND), Ingo Kästner (PMG), Meinolf Ellers (dpa), Jochen Wegner ("Zeit"), Stefan Ottlitz ("Spiegel"), Kai Gniffke (SWR), Daniel Steil (Burda Forward), Lorenz Maroldt ("Tagesspiegel"), Steffi Dobmeier ("Schwäbische Zeitung"), Andreas Arntzen (Wort & Bild Verlag), Carina Laudage (G+J), Jan Ippen (Ippen Digital), Andreas Lenz ("t3n Magazin"), Gerlinde Hinterleitner ("Standard"), Philipp Westermeyer (OMR), Dietmar Wolff (BDZV), Steffi Czerny (DLD Media), Johannes Hauner (SZ), Christoph Bauer (DuMont), Peter Hogenkamp (Scope Content), Monika Schaller (Deutsche Post DHL Group), Johannes Sommer (Retresco), Richard Gutjahr (Journalist), Mirijam Trunk (Mediengruppe RTL), Jule Lumma (VRM), Matthias Bauer (Vogel Communications Group), Philipp J. Jacke (Melo Group).

Ebenfalls im großen 25 Jahre kress.de-Geburtstagsheft:

Entertainer Klaas Heufer-Umlauf gibt im Interview einen nachdenklichen Blick auf die Medien und digitale Trends.

FR-Chef und Digitalvordenker Thomas Kaspar schreibt, wo wir heute stehen und wo jetzt die größten Chancen liegen.

"Ich war nie digitalgläubig, du?": Im Gespräch zwischen Herausgeber Johann Oberauer und kress.de-Gründer Peter Turi war mächtig Feuer drin.

"Keiner verlässt den Raum, bis der Newsletter verschickt ist": kress.de-Chefredakteur Marc Bartl lüftet exklusiv fünf Geheimnisse.

Waren 18 Monate Pandemie eine Chance? Haben die Medien etwas gelernt? Neun Erkenntnisse von n-tv.de-Chef Tilman Aretz.

Lieblingsanekdoten: Woran sich die ehemaligen kress.de-Chefredakteure (u.a. Thomas Kemmerer und Stefan Winterbauer) gerne erinnern.

Wie wir morgen arbeiten werden Sechs Job-Trends, mit denen Medienprofis rechnen müssen, beschreibt Karrierecoach und kress.de-Kolumnist Attila Albert.

"Das Internet ist nichts Greifbares": "Kress"-Gründer Günther Kress über das Digitale – und alles andere.

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