"Größte Akquisition in der Geschichte": Axel Springer kauft Politico

 

Axel Springer setzt die Expansion in den USA fort: Der Medienkonzern kauft für eine Rekordsumme das Nachrichtenunternehmen Politico zu 100 Prozent und wird auch alleiniger Eigentümer von Politico Europe.

Eine Vereinbarung über den Kauf von Politico und der auf den Technologiesektor spezialisierten News-Website Protocol sei mit dem Eigentümer Robert Allbritton unterzeichnet worden. Springer ist bereits mit 50 Prozent an Politico Europe beteiligt und wird im Rahmen der Transaktion auch die andere Hälfte daran kaufen.

"Politico verstärkt das Portfolio von Axel Springer mit seinen meinungsstarken und fundierten Analysen sowie einem einzigartigen Blick hinter die Kulissen des Politikbetriebs in Washington D.C., den USA und weltweit", heißt es in einer Mitteilung von Springer. Darüber hinaus bewirke der Neuzugang eine deutliche Steigerung der Reichweite. Springer ist auf dem US-Markt bereits mit den Nachrichtenmarken "Insider" und "Morning Brew" vertreten.

Bei Politico, vor 15 Jahren gegründet, und der Schwesterpublikation Protocol arbeiten heute gut 700 Journalistinnen und Journalisten. Das Geschäftsmodell basiert auf kostenpflichtigen Newslettern, Firmenkundenabos und Werbeeinnahmen. Bereits seit 2014 betreiben Axel Springer und Politico das Gemeinschaftsunternehmen Politico Europe. Das Joint Venture hat laut Springer die Größe seiner Redaktion sowie auch seine Umsätze stetig gesteigert und ist seit 2019 profitabel.

"Politico und uns verbindet der Einsatz für journalistische Unabhängigkeit sowie eine unvoreingenommenen, nicht-aktivistische Berichterstattung", verkündet Springer-Boss Mathias Döpfner. "Genau das wird Grundlage sein für beschleunigtes Wachstum und unseren künftigen gemeinsamen Erfolg."

Der Gründer Robert Allbritton bleibt Publisher von Politico und Protocol. Alle verlegerischen und redaktionellen Führungsteams sollen ihre Arbeit fortsetzen und die jeweiligen Publikationen auch in Zukunft getrennt von den anderen Axel-Springer-Marken mit Hauptsitz in den USA leiten.

Gewinnmarge von 30 Prozent

Zu den Konditionen der Übernahmevereinbarung wollen sich beide Seiten nicht äußern. Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" bezeichnete Döpfner den Deal aber als die "größte Akquisition, die Springer in seiner Geschichte gemacht hat". Der Preis müsste demnach noch über dem für das französische Immobilienportal Seloger (mindestens 630 Millionen Euro) liegen. Die Gewinnmarge von Politico setzt Döpfner mit stolzen 30 Prozent an. Seit dem Einstieg des Finanzinvestors KKR bei Springer waren Großeinkäufe wie jetzt bei Politico erwartet worden.

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