Roland Tichy startet Jugendangebot - nicht alle Jugendlichen sind Greta-Fans

13.09.2021
 

Roland Tichy, Chefredakteur und Herausgeber von Tichys Einblick, nimmt 20 junge Autoren an Bord. Mit ihnen entsteht ein publizistisches Angebot für Jugendliche, die nicht der Generation Greta angehören wollen.

Einen neuen Blickwinkel auf die Gedankenwelt und Wünsche junger Menschen will ab sofort die Zeitschrift "Tichys Einblick" des Wirtschaftsjournalisten Roland Tichy (WirtschaftsWoche, Euro, Impulse, Handelsblatt) geben: 20 junge Autoren im Alter zwischen 15 und 26 Jahren, die gemeinsam den Blog www.apollo-news.net betreiben, sollen ab der Oktober-Ausgabe regelmäßig über Themen schreiben, "die junge Menschen bewegen, aus ihrer Sicht".

"Im Gegensatz zu den Jugendformaten großer Magazine wie stern, Spiegel und Zeit schreiben bei Tichys Einblick nicht ältere Redakteure über Jugendliche. Hier schreiben junge Menschen selbst über ihre Themen", erklärt Chefredakteur Roland Tichy. Dabei sollen die jungen Autoren einen Kontrapunkt setzen. "In den Medien ist oft von der Generation Greta die Rede, als gäbe es nur linke Jugendlichen. Das stimmt nicht", so der Berliner Autor Air Türkis, der das Autorenkollektiv der Apollo-News als Chefredakteur und Herausgeber steuert.

Türkis ist seit 2020 Redakteur bei "Tichys Einblick". "Viele Jugendliche sind völlig unpolitisch und es gibt auch junge Menschen wie wir, die liberal und konservativ denken", sagt Türkis. Es gebe viele Mythen über die junge Generation. "Grüne und Linke verbreiten das Narrativ, das wir alle das Klima retten wollen, kein Fleisch essen und kein Auto fahren wollen", so Air Türkis. "Wir wollen zeigen, wie vielfältig die junge Generation ist. Wir wollen nicht dem Großvater das Auto wegnehmen. Wir sind keine Klimajugend, wir sind bürgerliche junge Leute und wollen ernst genommen werden."

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In der Oktober-Ausgabe von "Tichys Einblick" schreiben die Apollo-Autoren über die besonderen Belastungen junger Leute in Coronazeiten, über den Alltag in der Schule und an der Uni, den Verlust sozialer Kontakte, über Homeschooling und Maskenpflicht. "Künftig werden solche Themen, die unsere jungen Autoren bewegen, einen festen Platz bei Tichys Einblick haben. Wir wollen jungen Menschen ein Sprachrohr bieten, sich jenseits erwünschter Narrative frei äußern zu können und Einblicke in ihre Gedankenwelt zu ermöglichen", kündigt Roland Tichy an. Aber auch für ältere Leser sei dieses Experiment so spannend, weil es einen neuen Blick darauf biete, was junge Menschen bewegt.

Tichy will nun in jeder Ausgabe Raum für die Beiträge des Apollo-Teams schaffen. Zugleich bietet er den jungen Autoren regelmäßige journalistische Schulungen an.

9 Redakteure und 9 Autoren arbeiten für Apollo News. In der Eigenbeschreibung des Blogs heißt es:

Apollo News ist ein klassich-liberaler politischer Blog von und für Jugendliche. Unsere Artikel berühren Themen, die unseren Autoren wichtig sind, aber in den klassichen Medien zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Wir stehen für Jugendjournalismus auf Augenhöhe statt Belehrungen durch die Elterngeneration.

[...] Wir positionieren uns klar für den technischen Fortschritt und den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn. Wir sind für wirtschaftliche und gesellschaftliche Freiheit, pro-westlich und pro-israelisch. Wir treten entschieden ein gegen Sozialismus in seiner nationalen oder internationalen Form, gegen den Rückschritts- und Selbstzertsörungsgedanken insbesondere der modernen Linken und gegen staatliche Bevormundung. Wir sehen uns in der Tradition großer freiheitlicher Denker wie Friedrich August von Hayek.

Apollo News-Chefredakteur Air Türkis hat auch noch eine größere Story für die Oktober-Ausgabe von Tichys Einblick beigesteuert. Darin meint der Kommunikationswissenschaftler Norbert Bolz, Journalisten seien zu Aktivisten geworden, die die Welt verbessern wollten. Die Medienberichterstattung sei nur noch "großformatig unterwegs", es gehe "immer nur um die Drohung, dass alles akut vor dem Untergang steht". Das führe dazu, dass man "wir handfeste Probleme gar nicht mehr in den Griff kriegen", so Bolz. Für den Kommunikationswissenschaftler haben sich  die Medien "von der sogenannten vierten Gewalt in eine Propagandainstitution verwandelt, zumindest die Öffentlich-Rechtlichen. Sie machen im Grunde nichts anderes mehr, als Regierungspolitik voranzutreiben", kritisiert Bolz.

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